#5 Fußball und Theater von NRW bis Hamburg

Shownotes

Hallöchen aus dem Schauspielstudio FRESE! Hier haben wir zwei ehemalige Schüler:innen getroffen: Nina Carolin und Rune Jürgensen. Die beiden sind seit der Spielzeit 2025/2026 fest im Ensemble des Ernst Deutsch Theaters in Hamburg und berichten von ihrem Werdegang nach der Schauspielschule. Warum ist Rune eigentlich kein Fußballspieler geworden? Warum kann Nina, die ursprünglich aus NRW kommt, ein Theaterstück auf Plattdeutsch spielen? Was sind die schönsten und schlimmsten Theatermomente der beiden? Und wie schlagen sich die beiden auf Hamburgs heißem Hocker? Das und warum Theater genauso relevant ist wie Fußball, erfahrt ihr in dieser Folge! Viel Spaß beim Hören!

Nina Carolin Rune Jürgensen

Stückempfehlungen: ISMENE, SCHWESTER VON > MIT NINA CAROLIN FRANKENSTEIN – DIE WEISSE FINSTERNIS > MIT RUNE JÜRGENSEN

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00:00:01: Noch dreißig Minuten bis zur Vorstellung.

00:00:05: Dreißig-Minuten-Drama,

00:00:07: Theater

00:00:07: mit Anna und Luca.

00:00:10: Hallo!

00:00:11: Wir sind heute hiermit...

00:00:13: Rune

00:00:14: ...und Nina

00:00:16: Und als erstes dürfte euch jeder in drei Sätzen vorstellen.

00:00:20: Wow, drei Sätze?

00:00:21: Das ist ganz schön viel.

00:00:22: Ja also ich bin Rune.

00:00:23: Ich bin vermutlich hier eingeladen weil ich Schauspieler bin.

00:00:28: Ich spiele am Ernst-Deutsch-Theater und ich habe an der gleichen Schule studiert, an der ihr gerade studiert.

00:00:35: Ich bin Nina Karolin, ich bin thirty-two Jahre alt.

00:00:39: Ich hab auch an der Fräse studiert und spiele auch am Ernest-Deutzch-theater.

00:00:43: Punkt!

00:00:44: Sehr schön.

00:00:45: Das waren drei Sätze oder?

00:00:47: Ja

00:00:47: das waren drei.

00:00:49: Und dann starten wir jetzt mit unserer ersten Kategorie die Flotten.

00:00:53: fünf sind es.

00:00:55: Jeder von euch kriegt fünf Fragen von uns

00:00:58: Immer abwechselnd.

00:00:59: Genau und wir starten mit der ersten an.

00:01:01: Rune, Kaffee oder Tee?

00:01:02: Kaffees.

00:01:04: Nina, guilty pleasure!

00:01:06: Vampire Diaries.

00:01:08: Rune wie würdest du dein Schiff bei einer Schiffstaufe nennen?

00:01:11: Keine Ahnung.

00:01:13: Kindheitsheld?

00:01:15: Baby Langstrumpf.

00:01:17: Welches Buch liest Du gerade oder welche Serie schaust Du grade?

00:01:20: Ich schaue gerade gar keine Serie und ich lese gerade Perdido Street Station.

00:01:25: Nina, wenn du eine Sache aus deinem Tagesablauf streichen könntest, welche wäre das?

00:01:30: Aufstehen.

00:01:31: Du musst schnell aus dem Haus!

00:01:32: Welche drei Dinge nimmst du mit?

00:01:35: Schlüsselportmanni, Telefon

00:01:37: Nutella mit oder ohne Butter.

00:01:39: Mit

00:01:40: Letztes Besuch des Konzerts

00:01:42: Die goldenen Zitronen.

00:01:44: Was ist dein Karaoke-Song

00:01:46: Oh One and Only von Adele Oder und ein bisschen peinlich Lucy yourself von Eminem.

00:01:53: Oh,

00:01:54: das fühl ich aber Geil.

00:01:56: Dann haben wir noch eine Special-Frage für euch beide zusammen, Text vergessen oder Kostüm kaputt?

00:02:02: Was wär' ich lieber?

00:02:04: Kostümen kaputt!

00:02:05: Ja,

00:02:05: Kostöme kaputt.

00:02:06: Top.

00:02:07: Hör mal das waren glaube die flottesten fünf, die wir jemals

00:02:09: hatten.

00:02:09: Ich wollte

00:02:10: sagen... Ihr habt das richtig nice

00:02:11: meistert.

00:02:12: Super.

00:02:13: Im Prostas.

00:02:14: Ja aber wirklich.

00:02:17: Rune wir haben gesehen dass du lange bei der Bremer Shakespeare Company gespielt hast oder da zumindest gespielt hast.

00:02:25: Da hab ich gespielt,

00:02:25: ja?

00:02:25: Genau!

00:02:27: Und wir fanden es mega-interesting weil Shakespeare doch irgendwie ein älterer Autor ist und immer wieder auch in der Kritik ist oder man immer wieder hört so... Warum müssen wir die alten Stücke noch spielen?

00:02:41: damit kann ich nichts anfangen und Sprache verstehe ich nicht und das ist natürlich auch geprägt von Schule wo vieles auch sehr falsch angegangen wird oder kaputt gemacht wird einem der Spaß genommen wird.

00:02:50: aber wie bist du darauf gekommen?

00:02:52: Was hat dich an Shakespeare oder dieser Shakespeare-Company fasziniert?

00:02:56: Wie waren da deine Erfahrungen?

00:02:59: Das sind jetzt mehrere Fragen.

00:03:00: Ich pick mir mal die zweite raus, wo es um mich geht und nicht um das Allgemeine war im Spiel mit dieser alten Stoffe noch.

00:03:07: also ich habe irgendwann... mit keine Ahnung, acht oder so festgestellt hab', dass man Sport machen muss um Fußball-Profi zu werden.

00:03:15: Entschieden Schauspieler und keinen Fußball-Profi zu werden.

00:03:20: Und dann hat meine Mutter gesagt, gut, dann gehen wir ins Theater!

00:03:22: Das nächste Theater war die Bremer Shakespeare Company.

00:03:25: Deswegen bin ich da als Kind sehr viel hingegangen.

00:03:28: Da gab es öffentliche Proben und das war für mich... ...war das ein bisschen auch der Startschuss Theater zu machen.

00:03:36: Und als ich fertig war mit meiner Ausbildung, war für mich relativ klar, dass ich frei sein möchte.

00:03:40: Weil ich so Hierarchien in Theaterbetrieben immer als sehr Einschichtern empfunden hab und auch einfach nicht gerne Vorsprechen gegangen bin und dann mich entschieden habe, einfach nicht vorsprechend zu gehen und selten Theater zu spielen und viele andere Sachen zu machen.

00:03:56: Dann habe ich irgendwann erfahren, Leute sucht und ich wusste, dass das ein Theater ist was uns Hommel geführt ist.

00:04:03: Wo es keine Intendanz gibt wo jeder das gleiche verdient Und habe für mich gemerkt das muss ich jetzt ausprobieren weil das ist das Theater meiner Kindheit.

00:04:11: da sind noch viele leute Da die da damals schon gespielt haben die ich als kind auf der bühne gesehen hab was auch des illusionierend ist.

00:04:18: dann irgendwann mal aber Genau Ich mochte diese idee von.

00:04:23: ich fand das spannend dass sie das seit dreißig jahren schaffen im Kollektiv zu entscheiden, welche Stücke machen wir.

00:04:29: Wie gehen wir mit Theater um und wie gehen wir miteinander um?

00:04:33: Das war der

00:04:33: Grund.".

00:04:34: Und hast du irgendwelche ganz besonderen Erinnerungen an irgendeine Inszenierung oder ein Stück?

00:04:39: hatte dir eine Rolle besonders Spaß gemacht?

00:04:42: Also die erste Inszenierung, die wir da gemacht haben, waren quasi alle Königstramen von Shakespeare in einem Abend also die Rosenkriege quasi Und haben so den ganzen Fallstaffkram und die ganzen Clowns rausgeworfen.

00:04:56: Es war eigentlich nur Politik, das war auf jeden Fall eine Erfahrung an der ich auch gescheitert bin schauspielerisch glaube ich weil ich da noch sehr unerfahren war aber die auch total bereichern für mich war und der Umgang mit dem Stoff total toll war.

00:05:18: Allgemeinere zu sprechen, wenn Jugendliche kommen und sagen, warum Shakespeare?

00:05:23: Ich kann damit nichts anfangen.

00:05:26: Was würdest du darauf antworten?

00:05:28: Weil ich persönlich hab schon auch Shakespeare erlebt inszeniert wo ich sagen würde das könnte in der größeren Masse gefallen nicht nur an Nische oder nicht nur schulaufführungsmäßig.

00:05:42: Ja, ich glaube es ist immer die Frage aus welcher Perspektive beantwortet man diese Frage.

00:05:46: Ich als Spieler kann Antworten finden Shakespeare zu finden aber und ich glaube auch dass das Regieführende eine Antwort darauf finden können warum sie der Stoff interessiert oder was daran Bock macht.

00:05:58: also wer möchte nicht mal Hamlet spielen oder so ne?

00:06:02: Also die hat aus der Sicht eines Spielenden oder einer spielenden Personen schon einfach super viel, worauf man Bock haben könnte.

00:06:10: Ich finde eher die Frage, die müssen sich Theater stellen?

00:06:13: Warum stellen wir das auf dem Spielplan aus?

00:06:15: Dass wir die Hoffnung haben dass es wahrscheinlich voller wird?

00:06:17: also das ist finde ich die viele entscheidendere frage.

00:06:20: warum setzen mir immer wieder dieselben stoffe jedes Jahr waren?

00:06:24: müssen wir jedes jahr klassiker spielen?

00:06:26: und da müssen theater glaube ich eine antwort darauf finden.

00:06:28: was?

00:06:29: warum ist?

00:06:29: wichtig ist das zu machen?

00:06:31: würdest grad schon einmal angesprochen dass du zunächst frei gespielt hast.

00:06:36: Jetzt seid ihr aber beide im Assemble vom Ernst-Deutsch Theater, könntet ihr vielleicht einmal unseren Hörerinnen erklären was der Unterschied ist zwischen freischaffend und im Ensemble?

00:06:47: Da reicht Rune das Mikro an mich!

00:06:50: Der Unterschied ist ganz einfach.

00:06:51: wenn man ein Ensemble ist dann heißt es dass man fest angestellt ist am Theater also garantiert dort spielt.

00:07:00: Die meisten Verträge sind so, dass man im ersten Vertrag zwei Jahre hat und der sich dann bei gegenseitiger... wenn beide Seiten nichts sagen automatisch um ein Jahr verlängert.

00:07:12: das ist aktuell das sicherste Modell was man als Schauspieler in am Theater haben kann.

00:07:18: dennoch zittern natürlich alle im oktober und freier Schauspiele zu sein oder freie Schauspielerin heißt dass man eben sich auf einzelne Rollen bewirbt, wenn Theatergäste suchen oder in der freien Szene wo ohnehin immer nur von Produktion zu Produktion gearbeitet wird.

00:07:38: Und ihr habt euch jetzt beide für ein Ensemble entschieden?

00:07:42: Warum?

00:07:43: Warum ins Deutschtheater?

00:07:45: Warum Ensemble

00:07:47: und nicht

00:07:48: immer noch freischaffend?

00:07:49: Also ich war fast immer aus Entscheidungen frei, weil ich immer gemerkt habe dass ich meinen Beruf sehr liebe aber immer wieder raus muss aus dem Beruf um eine Motivation zu finden den weiterzulieben.

00:08:03: Ich glaube aber das sich solche Motivations auch verändern und sich Lebenssituationen verändern.

00:08:10: Und ich arbeite schon mega lange am Ernst-Deutsch Theater als so Dauergast.

00:08:16: also das erste Mal hab' ich da zeigtausend elf gespielt und seit zwei tausend siebzehnt spiele ich da jedes Jahr mindestens eine Produktion.

00:08:23: Und das war für mich auf jeden Fall immer ein Ort, wo ich das Gefühl hatte, dass die Leute sehr gut miteinander umgehen und ich mich sehr wohlfühle.

00:08:30: Und zwischendurch auch mal was gibt, was ich gerne gemacht habe aber auch Stücke gab, die dann nur ein Job waren weil sie mich nicht so wahnsinnig interessiert haben.

00:08:39: Dann ist seit einigen Jahren klar, dass Daniel der Sohn der vorherigen Intendantin den ich jetzt schon einige Jahre kenne gefühlt mein ganzes Lebenkenne, dieses Theater zusammen übernehmen werden und dass beides sehr enge Freunde von mir sind.

00:08:56: Und ich mich dabei natürlich total drauf gefreut habe... ...und dann irgendwann mal so gedacht hab' oh wenn die mich nochmal fragen würden, dann würde ich auch noch einmal festgehen, ich spiel da eh am meisten und hätte da richtig Bock drauf aber die haben ja eh keinen Fest des Ensemble.

00:09:11: und kurz danach haben sie mich gefragt und für mich war das vollkommen klar das zu machen.

00:09:16: Also ich war fast immer fest.

00:09:19: Also ich war auch schon vor der Ausbildung in meiner Heimatstadt, in so einem kleinen Theater professionell geführt aber hauptsächlich von Laien gespielt worden.

00:09:31: Zwei Jahre nach der Ausbildung war ich ein Jahr fest.

00:09:36: Das war der Moment wo ich entschieden habe dass ich nicht um jeden Preis Theater spielen möchte und da auch das ja wo ich dann frei.

00:09:44: Und dann habe ich im Unserktheater zwei Produktionen gemacht und da eben Eiler kennengelernt, die zur gleichen Zeit Schauspieldirektorin in Hildesheim geworden ist.

00:09:53: Und gefragt hat ob ich da nicht mal Vorsprechen kommen will... Dann hab' ich das gemacht!

00:09:57: Dann war ich da fünf Jahre nach ein paar Jahren, war dann klar sie wird Intendantinnen Hamburg.

00:10:03: Ich wollte immer wieder zurück nach Hamburg.

00:10:05: Daniel und Isabella, also die alte Intendantin von Mainz-Deutsch Theater haben ein Stück von mir gesehen.

00:10:11: Und mich gefragt ob ich nicht ins Ensemble kommen möchte.

00:10:15: Jetzt bin ich hier und ganz froh.

00:10:18: Sehr schön!

00:10:19: Hamburg scheint du ja angetan zu haben.

00:10:21: Bist du damals?

00:10:22: Weil du bist ja aus einem Ort in Nordrhein-Westfalen.

00:10:28: Ja geil.

00:10:29: Ich habe neulich meine beste Freundin hat mich darauf hingewiesen.

00:10:32: Also ich bin in Schwelm geboren das ist neben Ennepetal Und bin da zur Schule gegangen bis zum Gymnasium, ich glaube mit vierzehn nach Endeputale gezogen.

00:10:40: Meine Eltern kommen daher.

00:10:42: Das irgendeinem Grund habe ich überall in meinen Biografien angegeben aus Endeputtal und meine Familie und meine Freundin kam halt irgendwann bei mir, du kommst gar nicht aus Endaputale, nicht so her stimmt!

00:10:56: Also ich hab' mich absichtlich...

00:10:58: Aber Schwelm

00:10:59: gehört noch zum Kreis Annepetale.

00:11:01: Zum Anneperurkreis.

00:11:02: Da die Frage aller Fragen, zählt ihr euch zum Bergischen Land oder noch ins südliche Ruhrgebiet?

00:11:08: Genau es gibt Städte dort, die sich dem Ruhrgebiet zuordnen.

00:11:13: das ist so Witten-Wetter, Gewelsberg und so... Annepertal keine Ahnung.

00:11:21: Das

00:11:22: ist wie bei Astriksen Oberlicks Die letzte Enklave, die nicht von den Römern übernommen wurde.

00:11:27: Also, okay.

00:11:30: Ich hab meine Ausbildung in der Sparkasse Bochum gemacht und da hatten wir Leute aus Annepetal.

00:11:34: Die kamen dann immer nach Bochums.

00:11:35: Ja

00:11:36: das ist auch sehr nahe.

00:11:37: Genau.

00:11:38: Meine Schwester wohnt im Witten und die sind halt Ruhrpott...

00:11:41: Also ich komme aus dem Ruhrpott.

00:11:43: Und das ist dann im Regierungsbezirk Ahrensberg und da gehören auch Bochum und Dortmund dazu, es heißt schon so Wischi-Waschi auf ne?

00:11:49: Ja also

00:11:49: wenn mich jemand fragt sage ich auch ich komm ausm Pott.

00:11:51: Geil

00:11:52: aber kannst du...also ist euer Dialekt auch dann so Pott?

00:11:54: So

00:11:54: ein bisschen!

00:11:55: Es gibt noch so andere Sachen die dazukommen also es gibt viel so Wall.

00:12:00: Mein Onkel sagt das immer.

00:12:01: Das ist

00:12:02: Sauerland eher ne?

00:12:03: Ein

00:12:03: bisschen auch ja.

00:12:05: Aber du bist dann ja nach Hamburg gekommen für die Ausbildung Und bist auch immer noch hier, war es zwischendrin mal weg.

00:12:13: Du warst am Ohnsorgtheater und hast auf Platt gespielt.

00:12:18: Wie war das für dich?

00:12:19: So einen anderen Dialekt anzunehmen der ja schon fast ausgestorben ist in Norddeutschland wenn man vielleicht nicht so eine Verbindung zu dem Dialekt hat.

00:12:31: Also ich habe in der Ausbildung relativ viel Zeit damit verbracht Dialekte zu lernen.

00:12:37: Ich habe fast alles davon wieder fair lernen.

00:12:40: Aber ich glaube, ich kann ganz gut mir so Sprachmelodien aneignen.

00:12:46: Deswegen hatte ich da total Lust drauf und die sind ja wahnsinnig lieb am Unsorgtheater und haben... Sie haben einen eigenen Sprachcoach da gehabt damals noch?

00:12:55: Ich weiß nicht wie es jetzt ist.

00:12:58: Bei dem hatte ich aber eine Stunde und er meinte das passt schon.

00:13:01: Und dann gab es eine Kollegin, die mir meine Texte alle vorgesprochen hat.

00:13:06: Das war spannend, weil ich hab am Anfang immer gedacht, ich sag das alles genauso wie sie und als ich selber mehr gehört habe wie auch beim Musikmachen, hab ich dann gehört was sie meint.

00:13:17: Aber ich hab ganz gutes Feedback zu meinem Platt gekriegt.

00:13:20: Ich kann das jetzt natürlich trotzdem nicht, weil das am Unser Theater ist ja Rundfunkplatt, das wird ja im echten Leben nirgends gesprochen.

00:13:28: Ja, super schön!

00:13:30: Es hat Spaß gemacht.

00:13:31: Luca kann als echte Norddeutsch ein bisschen ...

00:13:34: Ich kann es verstehen.

00:13:35: Okay, aber das

00:13:36: kannst

00:13:37: du auch schnacken, gell?

00:13:38: Ich kann den Hamburgerschnack, den Dialekt.

00:13:40: Aber meine Oma hat ab und zu mit uns so platt gerät.

00:13:43: Deswegen hat man so ein paar Begriffe.

00:13:45: die sind auch ganz traurig dass das keiner von uns reden kann.

00:13:47: Aber ich find's spannend, Rohrpottbegriffe und auch Platt-Begriffe überschneiden sich manchmal.

00:13:54: Ja, das gibt ja auch einen Platt in NRW.

00:13:57: Genau, weils doch so nahe aneinander liest... Wörtlich näher als jetzt im Süden Bayern, wo die Leute meine Wörter manchmal nicht verstanden haben.

00:14:06: Aber andersrum eben auch nicht.

00:14:08: Es ist immer spannend zu sehen so eine Verschneidung.

00:14:10: Wir hätten das tatsächlich in der Grundschule als Fach.

00:14:14: Also nachher dann denke ich mir cool.

00:14:16: aber in der dritten Klasse dachte ich mir was soll das?

00:14:20: Lass mich einfach normal lesen und schreiben lernen.

00:14:22: wir müssen da jetzt noch etwas reinbringen.

00:14:26: Könntest du dir vorstellen ein Stück auf Rupport zu machen

00:14:29: Total.

00:14:30: Ich habe auch eine Rolle in Hildesheim ein bisschen länger gespielt, ich hab bei Hamlet Klaus gespielt der natürlich nicht vorkommt.

00:14:38: es war einer der toten Gräber und wir haben so... das umgeschrieben auf.

00:14:42: Das sind Journalisten, so Lokaljournalisten und meiner war eben Klaus.

00:14:48: Und den habe ich dann immer wieder rausgeholt bei der Kostümversteigerung und so.

00:14:51: Der kam halt aus dem Pot.

00:14:52: Geil!

00:14:53: Ich würde auch schon behaupten dass dein Schnorrer in keine Ausstiegsgeschichte aus dem pot kommt.

00:14:58: Ich fand ja was für eine Mischung aus Port und Berlin.

00:15:00: Ja, ich konnt mich nicht.

00:15:03: Ich hab uns schon mal so ein Ick dabei.

00:15:06: Aber auch letztens mit einem Typen gesprochen der irgendwie in Berlin jahrelang lebt eigentlich aus dem Ruhrpott kommt und da haben wir auch festgestellt die Menschen haben Überschneidung.

00:15:16: So ehrlich direkt bisschen grob manchmal kann das als unfreundlich gedeutet werden genau und so ein bisschen von der Sprachmelodie und von diesem ähnliche.

00:15:30: Ja.

00:15:31: Danke!

00:15:32: Aber es mischt sich ja auch eh ganz viel, je nachdem wo man überall schon war in seinem Leben.

00:15:37: Ich musste mir ganz doll abgewöhnen Geld zu sagen anstatt ne?

00:15:40: Weil ich hab ein Mainz studiert und das war ganz schlimm.

00:15:43: Und da war meine Familie auch so.

00:15:44: hör auf damit.

00:15:45: Hör auf damit wir enterben dich sonst.

00:15:49: Das mischt nicht echt

00:15:50: crazy.

00:15:50: bei mir ist eine Mischung aus Ruhrport.

00:15:53: dann sag' ich was aus Sachsen weil ich habe in Leipzig gelebt nischt das kann mich übernommen Dann aber lange Jahre in München gelebt.

00:15:58: dann daher kommt das Gä.

00:16:00: Also es ist also ja

00:16:01: eine

00:16:01: wilde Mischung.

00:16:02: Ich habe

00:16:02: mit ganz vielen Schweizerinnen studiert und sage jetzt immer noch, es hat zwanzig Grad, wo ich es irgendwie niedlich finde.

00:16:08: Ja das auch schön!

00:16:09: Und in Bayern sagt man in die Arbeit gehen, das sag' ich auch immer noch innen... ...aber schön ist auch auf Schweizer Speinlich

00:16:16: oder so was wie Die Anna kommt vorbei anstatt Anna kommen vorbei.

00:16:20: Das ist immer so Die Anna kommen vorbei?

00:16:21: Ich gehe zum Rewe und nicht zu Rewe.

00:16:24: Ist auch sowas?

00:16:25: Ja, sag ich jetzt nicht mehr.

00:16:26: Ich bin wieder ganz Norddeutsch unterwegs.

00:16:29: Wir haben eine neue Kategorie die wir heute mit euch testen werden weil wir uns dachten ihr habt den Komfort dass ihr zu zweit hier seid und zwar führen wir heute hamburgs heißen Hocker ein.

00:16:38: Hier lacht gleich keiner mehr.

00:16:44: Das sind Fragen die nicht so entspannt sind wie die Flotten.

00:16:50: Fünf Deswegen wäre heiße Hocker.

00:16:52: Ja, weil wir haben das Feedback bekommen von manchen Hörerinnen, dass wir zu nett sind.

00:16:57: Deswegen wollen wir ein bisschen unnetter sein.

00:16:59: Ich glaube aber wir sind trotzdem noch

00:17:01: ganz weit weg.

00:17:04: Aber ihr dürft dann auch unnetter sein?

00:17:07: Wir dürfen jetzt ablegen, netz zu sein!

00:17:09: Wir sind jetzt einfach mal alle ein bisschen

00:17:11: arschig.

00:17:12: Dafür kriegen wir wieder die Kategorie anstößlich auf Apple Podcast.

00:17:17: Also erste Frage an Rune Warum Theater?

00:17:21: Nina, geh mir weiter.

00:17:24: Du bist ja eine weiblich gedeisene Person am Theater.

00:17:28: Wirst du anders behandelt als männliche Kollegen?

00:17:31: Nicht mehr!

00:17:32: Was heißt nicht mehr?

00:17:35: Also im Moment arbeite ich fast ausschließlich... nicht fast, ausschliessig mit coolen Leuten die sich dem Thema auch bewusst sind.

00:17:43: aber ich habe voll oft schon erlebt dass in der Arbeit Ich Vorschläge hatte, zu denen niemand was gesagt hat und fünf Minuten später sagt es einen Mann.

00:17:54: Und auf einmal ist voll die gute Idee.

00:17:56: also solche Sachen.

00:18:00: Was glaube ich manchmal?

00:18:02: Also das natürlich noch ein Thema ist.

00:18:04: es gibt andere Rollen oder weniger große Rollen

00:18:09: auch wegen Alter?

00:18:14: Ich hoffe nicht

00:18:16: Weil es gibt ja dieses große Ding, das ab achtunddreißig.

00:18:21: Gibt es keine Rollen mehr für Frauen am Theater?

00:18:24: Und

00:18:24: Schauspielschule haben ja jetzt offiziell fast alle kein Alterslimit mehr.

00:18:28: aber früher war's bis vierundzwanzig.

00:18:30: und nur wenn man das offiziel aufhebt heißt es nicht dass inoffiziell nicht trotzdem Leute rausfliegen auch wegen

00:18:38: Alters.

00:18:38: Vor

00:18:38: allen Dingen

00:18:41: bei Frauen!

00:18:43: Aber hast du... Das hast du jetzt Noch nicht.

00:18:47: Nein, ich bin in der Zeit, da passiert noch nichts.

00:18:50: und wie gesagt, jetzt ja auch mein Deutschstatter.

00:18:52: Ja.

00:18:52: Hast du

00:18:54: denn auch sechs Jahre Zeit bis die goldene Zahl der Achtunddreißig erreicht ist?

00:18:58: Nein!

00:18:59: Ich meine, ich habe schon mal gegoogelt was Botox kostet, so ist das

00:19:03: nicht.

00:19:03: Meine Schwester schulde Zahlenmedizin, ich glaube sie darf auch Botox machen dann.

00:19:06: Konnekte uns.

00:19:08: Ich nehme drei.

00:19:14: Dann die Frage, die ist für euch beide.

00:19:15: Aber Rune, du kannst gerne anfangen.

00:19:17: These?

00:19:18: Theater ist Out und hat keine Zukunft!

00:19:20: Was sagt ihr dazu?

00:19:22: Also ich glaube Theater ist out.

00:19:23: so lange ich denken kann... Ich begreife das eher als Chance.

00:19:26: also seitdem ich denke mich mit Theater beschäftige sind diese Theatermagazine voll von ChefdramaturgInnen und Intendanten, die sich selbst interviewen.

00:19:40: Warum das Theater so relevant ist für unsere Zeit?

00:19:43: Und ich denke schon seit einigen Jahren.

00:19:46: vielleicht sind wir einfach nicht relevant und fliegen dann so ein bisschen unter dem Radar und können machen was wir wollen.

00:19:52: also ich finde es bietet auch Möglichkeiten sich nicht die ganze zeit mit seiner Relevanz auseinanderzusetzen.

00:19:59: Ich habe da mehrere Gedanken zu.

00:20:02: Erstens habe ich neulich so eine Studie, ich hab die Studie nicht gelesen.

00:20:07: Das sagt man immer so, ne?

00:20:09: Von einer Studie gehört in der Dokumentation über die Frage brauchen wir noch Theater wo es hieß Es geht mehr Leute ins Theater als zum Fußball in Deutschland das heißt es müsste eigentlich eine gesellschaftliche Relevanz anerkannt werden weil Fußball ja komplett selbstverständlich Teil unseres Lebens ist.

00:20:28: zweitens finde ich es ist natürlich nischig Trotz... und gerade daraus, finde ich entsteht auch eine Relevanz.

00:20:37: Weil es nämlich nicht nur die Leute gibt, die eigentlich nichts mit uns zu tun haben, die wir adressieren wollen etwas in ihnen zu verändern sondern auch die Leute, die sonst sich nirgendwo wiederfinden und irgendwo reinpassen oder was auch immer.

00:20:50: also Ich finde die beste Kunst macht man sowieso aus sich selbst heraus.

00:20:55: Und dann denke ich halt an mich, die sich zum ersten Mal in der Schauspielschule wohlgefühlt hat unter mehr als zwei Personen im Theater total die Leidenschaft entwickelt hat für diese Ausdrucksform.

00:21:11: Und dann gibt es aber auch bei uns jetzt gerade die Erfahrung, dass wir versucht haben ein Stück zu machen für Menschen, die nicht so oft ins Theater gehen mit keine Aufschicksgeschichte und da haben wir ja gesehen das wir fast immer im letzten Block voraus verkauft, im Haus gespielt haben vor Leuten die sonst nie ins Theater gegangen sind und sich gesehen haben gefühlt haben.

00:21:35: Das heißt das ist dann auch relevant.

00:21:39: und auch zu der Frage die wir am Anfang hatten warum man alte Stoffe spielt immer wieder denke ich auch es wäre ja schade für die Generation die jetzt erst anfängt ihre Leidenschaft für Theater zu entwickeln wenn sie nie wieder Shakespeare sehen könnten.

00:21:55: Es wäre nur schön, wenn nicht jeder wie jede Regisseur in versucht das so zu abstrahieren dass man es gar nicht mehr erkennt wo ich natürlich überhaupt nicht dafür bin vom Blatt zu spielen.

00:22:07: Aber da für das So-zu-Spielen dass auch Leute die sich noch nie damit auseinandergesetzt haben das verstehen können und eine Liebe für Sprache entwickeln können für diese universellen Themen usw.

00:22:19: Und Theater ist ne Empathie Maschine und gerade jetzt brauchen wir Also mega relevant.

00:22:26: Also findest du, dass man als Person ins Theater gehen sollte um sich wiederzufinden und Sachen zu sehen mit denen man sich identifizieren kann?

00:22:37: Auch auf jeden Fall!

00:22:38: Ich finde man sollte auch in das Theater gehen um wütend zu sein und es vielleicht furchtbar zu finden.

00:22:45: egal welche Emotionen man fühlt bei Theater löst ja schon was aus.

00:22:50: also warum konsumiert man Kunst so Oder beschäftigt sich damit im besten Fall und konsumiert es nicht nur.

00:22:57: Man kann auch ins Theater gehen, wenn man lange nicht gelacht hat und sich eine Komödie anguckt.

00:23:01: Weil die Zeiten schwierig sind oder so... Aber als Identifikationspunkt total!

00:23:07: Und warum sollte ich als junger Mensch, wenn wir jetzt mal den Durchschnittspreis von elf Euro für ein Schüler- und Studieticket pro Theaterabend?

00:23:16: Warum sollte ich elf Euro einen Abend ausgeben, wenn ich mir für fünfzehn Euro einen Monat Netflix holen

00:23:20: kann?!

00:23:21: Ja!

00:23:22: ist voll der gute Punkt.

00:23:24: Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich es wahrscheinlich auch andersrum... Also als Schülerin hätte ich dann auch Netflix genommen?

00:23:31: Kann ich nicht beantworten.

00:23:33: Bestenfalls kann man beides.

00:23:36: Ja

00:23:37: oder man findet noch Möglichkeiten und das gibt's ja zum Glück auch immer wieder.

00:23:43: dass Also, dass man so Aktionen hat wie eben Solidaritätsbeitrag.

00:23:49: War doch jetzt auch im Ernst-Deutsch-Theater bei.

00:23:50: keine Aufstiegsgeschichte in einer Vorstellung oder es gibt ja immer wieder so Actionen.

00:23:55: Finanziere einen Sitz noch mehr wenn du das kannst für jemanden der sich das nicht leisten kann.

00:24:01: Vielleicht muss es sowas einfach auch noch mehr geben.

00:24:05: aber das sind auf jeden Fall glaube ich gute Dinge die man da auch machen kann

00:24:11: Wenn es ein möglich ist, genau.

00:24:12: Es ist natürlich eine Frage wie wird Kultur finanziert und von wem?

00:24:17: Ja voll!

00:24:18: Okay ich würde sagen der heiße Hocker.

00:24:22: Hamburgs heiße Rocker.

00:24:24: Nein wir tassen uns daran die alle nach euch haben Pech.

00:24:29: Ich hatte vorher so Angst dass das für mich...ich bin da durchgerauscht.

00:24:34: Ich habe nichts mitbekommen.

00:24:36: Das ist jetzt vorbei Okay.

00:24:38: Jetzt wird's wieder schön, wir können uns alle zurücklehnen entspannen und genau alle anderen nach euch die haben es einfach noch härter.

00:24:46: Wir müssen noch ein paar gemeinsame Fragen für euch beide zum beantworten und zwar als allererstes würdet ihr an eurem bisherigen Weg etwas verändern wenn ihr die Chance dazu hättet?

00:24:58: Ich wollte intuitiv ja sagen und sagen ich hätte...ich wäre länger vor sprechen gegangen dass ich an staatliche Schule gegangen wäre.

00:25:06: andererseits muss ich sagen Ich bin total happy mit dem, wo ich jetzt bin.

00:25:11: Von daher war das glaube nicht die intuitive Antwort sondern die gebrandete von außen würde ich nicht machen.

00:25:20: Hier geht es ein bisschen ähnlich.

00:25:21: also ich würde auch automatisch sofort ja sagen weil das glaube ich einfach bei dem Charakter entspricht und ich glaube auch dass das Thema länger vorsprechen.

00:25:33: wenn's nur um das berufliche geht was wäre was mir da Eingefallen wäre, auf der anderen Seite wär ich dann vielleicht in einer anderen Stadt gelandet und ganz viele andere Sachen im Leben wären so nicht passiert wie sie jetzt passiert sind.

00:25:48: Von daher ist ja immer ein Rattenschwanz dran an so anderen Entscheidungen.

00:25:52: Und auch merke dass ich gerade sehr glücklich bin beruflich am Ort an dem ich bin und ich auch kurz bevor es losging Wir beide wissen das, wie gesagt schon relativ lange.

00:26:04: Dass wir seit letztem Sommer diesen Job haben werden.

00:26:07: und aber kurz bevor es losging ist mir nochmal aufgefallen dass ich das eigentlich sehr mit was deckt wo ich keine Ahnung vor zwanzig Jahren oder so immer von geträumt habe nämlich egal wie erfolgreich es ist der da mit Freunden zu machen Menschen die mir nahe sind und Leben und Arbeit einszukriegen.

00:26:27: und da arbeiten wir irgendwie gerade dran das zu schaffen.

00:26:30: und das ist schon auch ein krasses Privileg.

00:26:34: Weil ihr das beide jetzt angesprochen habt mit dem länger Vorsprechen an staatliche Schulen, habt ihr diesen Unterschied gemerkt.

00:26:42: also als ihr fertig wart euren Abschluss hattet und eben auch die Bühnenreife dass ihr... Also dass das auch im Abschluss noch differenziert und anders gesehen wird weil ja auch dieses Staatliche Schule oder private Schule ja immer da wird so einen Unterschied gemacht.

00:26:57: Und als ihr den Abschluss hattet und dann in diesen Beruf gegangen seid, habt ihr das da noch mal gemerkt?

00:27:03: Ja.

00:27:03: Also in der Sichtbarkeit ist es glaube ich schon ein großer Unterschied.

00:27:08: Genau also das größte ist ja wir haben dieses Intendantenvorsprechen nicht was an den staatlichen Schulen gibt und ich habe dann halt auch gleich den ersten Job gemacht.

00:27:16: Ich hatte halt Glück mir wurde sofort nach der Ausbildung einen Job angeboten.

00:27:20: Den hab' ich dann auch genommen weil die ZAV gesagt hat nimm was zu kriegen kannst.

00:27:28: Und da war es ganz schön, weil ich gemerkt habe... Ich bin richtig gut ausgebildet.

00:27:34: Also das muss ich im Handwerk hatte ich für mich nicht das Gefühl dass ich irgendwem was nachstehe.

00:27:41: Das hatte ich aber auch schon nicht während ich hier war.

00:27:43: Es war ganz toll an der Kooperation mit der Hochschule Da zu merken wir kochen irgendwie beide alle nur mit Wasser Aber später dann wird einfach weniger eingeladen.

00:27:58: Und auch dieser Druck, dass du hast jetzt dieses Engagement und musst das behalten.

00:28:02: Wer weiß wann du wieder eins kriegst?

00:28:04: Dem habe ich mich einfach entzogen und gesagt okay dann mache ich halt was anderes.

00:28:07: so möchte ich nicht und es hat auch ganz gut geklappt.

00:28:11: Ja ich würde auch sagen also dass sich hier auf jeden Fall eine gute Ausbildung gekriegt haben und das ist dann eher... Also eigentlich alles was Nina gesagt hat.

00:28:21: Alles was Mina gesagt hat sehr schön.

00:28:23: Okay.

00:28:23: nächste Frage Was würdet ihr eurem jüngeren Ich mit auf den Weg geben aus heutiger Sicht.

00:28:29: Es ist so schwer zu sagen, weil ich dem schon ganz gerne mitgeben würde dieses klassische blöde Mut zu fehlern und Scheiter und Falle auf die Schnauze und erkennen wie toll das ist.

00:28:42: Aber das haben mir damals auch schon so viele gesagt und ich glaube wenn man das nicht erlebt, ist es so schwer... ...ist es so sehr zu begreifen?

00:28:49: Man kann jemandem halt nicht Erfahrung erklären sondern Erfahrung kann man nur machen.

00:28:53: Das ist wie dieses Wenn du mal zweihundert Vorstellungen gespielt hast, dann hast du ein anderes Gefühl auf der Bühne als du vorher hattest.

00:29:01: Das kann man jemandem oder mir konnte das sehr oft sagen.

00:29:04: begriffen habe ich das erst, als ich das selber erlebt hab und aber... Ich glaube Mutfehler zu machen und bisschen mehr Leichtigkeit hätte ich mich schon gewünscht.

00:29:15: Ähnliches wollte ich sagen.

00:29:18: Keiner hat was davon wenn du dich Sachen nicht traust!

00:29:21: Und danke weil ich habe auch echt richtig viel richtig gemacht.

00:29:27: Sehr schön.

00:29:28: Man muss sich auch mal auf die Schulter klopfen.

00:29:29: Ja,

00:29:30: ist so!

00:29:32: Was ist euer schlimmster und was ist euers schönste Theatermoment?

00:29:36: Ich hatte einen sehr schlimmen Moment der aber auch eine schöne Anekdote ist und Schauspieler in Liebenjahr-Anekdoten.

00:29:45: Ich habe in Bielefeld an einem Privattheater ein Stück gespielt das ganz furchtbare Proben waren und ja es war einfach alles furchttbar.

00:29:56: Ich habe da ganz tolle Leute kennengelernt, mit denen ich noch jahrelang Theater gemacht hab.

00:29:59: Deswegen hat sich das schon gelohnt und wir mussten am Ende live von David Bowie und es war vielleicht der schlimmste Theater, den ich je gespielt habe.

00:30:13: Und parallel hat mein bester Freund im Stadttheater in Bielefeld gespielt und er hatte einen seiner schönsten Theatermomente mit einem Stück einfach an der Bühnenrampe sitzen durfte und live on Mars von David Bowie hören durfte.

00:30:28: Das war irgendwie

00:30:31: sehr schön.

00:30:32: Schönster Theatermoment, ich glaube ich hatte viele.

00:30:35: Ich glaube es gibt immer wieder mal so Stücke wo man das Gefühl hat wow dafür mache ich den Beruf wo alles zusammenkommt.

00:30:42: Wo man vorher auch oft gar nicht weiß die dass sein werden.

00:30:46: aber ich hatte ein oder zweimal hatte Monolog, den ich gehalten habe.

00:30:52: Dass ich den in der Premiere gehalten hab und für immer hätte da bleiben können Und der nie so gut war wie da und nie so richtig war Wie in dem Moment und dieses Gefühl In der Premiere in der man meistens ja eine andere energie hat zu stehen und zu wissen Ich kann hier jetzt noch ein Jahr stehen es ist total gut hier zu stehen dass Das ist für mich immer ein krasses gefühl wenn man so merkt das stimmt gerade so.

00:31:20: Mir fällt kein Schlimmster ein, aber ich kann zwei schönes sagen.

00:31:23: Das

00:31:23: ist auch

00:31:25: okay!

00:31:26: Also mein erster Schönster habe ich gar nicht selber gespielt sondern das war kurz bevor ich hier Abschluss gemacht hab, war ich im Talia und da war ich sowieso fast jeden Tag Und die haben Don Juan Die letzte Party gespielt

00:31:42: und Don

00:31:43: Giovanni.

00:31:44: Das habe ich auch gesehen, das ist so gut!

00:31:46: Und

00:31:46: wenn man eine Maske hatte dann durfte man auf die Bühne und eine Freundin von mir hat deinem Einlass gearbeitet und hat uns vorher einfach schon Masken gegeben.

00:31:56: Wir konnten damit auf die bühne.

00:31:59: Damit habe ich aber nicht gerechnet was das mit mir gemacht hat nämlich klar in der Pause war dann auf der Bühneparty um etwas getrunken und dann saß man aber nach der Pause weiter auf der Bühne und hat das Stück von der Büne aus gesehen.

00:32:12: Und das war so ein Moment für mich, von... Ach krass!

00:32:16: Weiter habe ich meinen Abschluss.

00:32:17: da stehe ich auch auf so einer Bühnen also ja obviously nicht im Talier aber dream big so.

00:32:23: Ich hab halt dann den Kollegen so zugeschaut die so daneben mir gespielt haben und plötzlich hat sich das nicht mehr so groß und fremd angefühlt.

00:32:34: Also Und das natürlich immer noch, genauso geil wie ... Aber von vorne ist es ja einfach auch weiter weg von mir.

00:32:42: Das hat mir schon so ein Foreshadowing gegeben auf... Naja irgendwie gehöre ich schon bisschen dazu und das war ganz toll!

00:32:50: Da denke ich richtig oft dran.

00:32:52: Der andere ist jetzt inhaltlich da haben wir ein ganz schlimmes Stück gemacht im Hildesheim über Missbrauch in der Kirche Und das war eine fantastische Arbeit am Studentinnen mit Eila zusammen ganz lange recherchiert und wir haben hauptsächlich sozusagen versucht die betroffenen Perspektive hörbar zu machen, also nicht das zu spielen sondern aber wir haben ganz viele echte Texte und Erfahrungen auf der Bühne geteilt.

00:33:28: Dann gab es irgendwann die Vorstellung wo dann nach Gespräche waren Und wo Angehörige dann da waren von Betroffenen, deren Texte ich zum Beispiel gesagt habe oder selbstbetroffene und so.

00:33:46: Das war die Momente, wo ich dachte, ich möchte eigentlich nur noch aktivistisches Theater machen weil ich gemerkt habe wie viel das bewegt.

00:33:55: Es gab vorher ganz viele Vorstellungen Keine Gespräche hatten danach, wo die Leute natürlich immer aufgestanden sind und ihre Solidarität, ihre Rührung was auch immer bekundet haben.

00:34:06: Und da habe ich aber mehr drunter gelitten das zu machen weil... Ich wollte das machen!

00:34:10: Aber es tut natürlich sauvie zu erkennen wie schlimm die Welt sein kann.

00:34:16: Und dann war's aber nachdem ich diesen Spiegel bekommen habe was das auslöst und es hat wirklich etwas ausgelöst Da sind Leute in ihrem Gemeinden noch mal aktiv geworden war das plötzlich gar nicht mehr, da konnte ich wirklich so dieses, wovon man immer so die idealistischer Weise träumt.

00:34:33: Dieses Gefäß einfach sein diese Projektionsfläche und könnte sagen okay das ist das was ich geben kann dafür aber das hat nichts mit mir zu tun.

00:34:43: Ich kann meine Gefühle spielen hierbei überhaupt keine Rolle.

00:34:47: Das ist glaube ich das Beste was man eigentlich mit diesem Handwerk machen kann.

00:34:52: Also es war eine tolle Arbeit von Ayla Jegena.

00:34:54: Ich hoffe, wir machen noch einen zweiten Teil oder ich am liebsten hoffe, dass das einfach nicht nötig ist weil sich plötzlich alle Probleme lösen

00:35:01: in Idealfall.

00:35:04: Wow!

00:35:04: Das klingt stark.

00:35:08: Aber es gibt da noch genug Probleme in der Kirche würde ich jetzt ganz spontan mal so in den Raum werfen.

00:35:17: Vorletzte Frage bevor wir nur noch Stück Empfehlungen von euch haben möchten Was würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

00:35:25: Für euch persönlich, aber auch fürs Theater.

00:35:28: Für das Theater wünsche ich mir mehr Frauen in allen Positionen, auch mehr POCs in allen positionen.

00:35:38: Punkt!

00:35:39: Mehr Diversität nach wie vor wobei Frau sein eigentlich nicht divers ist Aber Gleichberechtigung für alle Geschlechter und Herkünfte.

00:35:49: Das kann ich natürlich unterschreiben, ich würde mir noch viel weniger große Egos wünschen und den Mut und die Lust bestehende Strukturen aufzubrechen.

00:36:02: Und zu gucken wie man denn noch Theater machen kann?

00:36:07: Dann sind wir auch schon fast am Ende!

00:36:09: Und zwar hätten wir jetzt einfach gerne noch Stück Empfehlungen von euch für unsere Hörerinnen.

00:36:16: was kann man gerade sich angucken?

00:36:19: Ich habe keine.

00:36:20: Ich war schon wieder länger nicht im Theater, muss ich gestehen also außer wenn ich arbeite.

00:36:26: Aber dürft auch eure wo ihr drin mitspielt empfehlen?

00:36:30: Ich fange jetzt bald an zu proben nächste Woche.

00:36:33: wir haben dann Ende Juni Premiere.

00:36:36: Max und Moritz das wird bestimmt gut.

00:36:40: ja diese Spielzeit noch und was weiß ich nicht.

00:36:44: Nina sag du mal was empfehlst du?

00:36:46: vielleicht schaffe ich es hier auch mal.

00:36:48: Ich war ehrlich gesagt auch ewig, also ich war glaube ich dieses Jahr schon im Theater.

00:36:53: Ich habe so viel gefühlt selber.

00:36:55: aber ich kann natürlich empfehlen Frankenstein im Ernst-Deutsch-Theater mit dem fantastischen Rune Jürgens und mein Anfang Juni Und ich spiele auch Anfang Junii noch zweimal Ismene Schwester von einem Monolog auf der Plattformbühne Im Ernstdeutsch Theater.

00:37:14: da würde ich mich auch freuen wenn jemand kommt Genau.

00:37:17: Und ansonsten geht einfach überall, jedes Theater in alle Stücke Punkt.

00:37:24: Stehe ich wieder da wie ein Arschlauch weil ich natürlich Ismene hätte empfehlen sollen?

00:37:28: Ich habe es aber selber noch nicht gesehen!

00:37:29: Ich hoffe aber dass ich eine Frankenstein-Nachmittagsvorstellung und dann danach in Ismène gehen kann... genau geht in alle Theater in die großen und die kleinen und die winzigen in alle.

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