#2 Von Theater bis Rockkonzert und all den Dingen dazwischen

Shownotes

Willkommen, Bienvenue, Welcome zu unserer ersten Gastfolge bei "30 Minuten Drama"! Wir haben uns den Schauspieler und Sänger Joachim Foerster geschnappt und mit ihm über Schauspiel, Theater sowie Musik, aber auch über all die Dinge im Leben gequatscht, die irgendwo dazwischen liegen. Wie ist Joachim zum Schauspiel gekommen? Welche Produktionen sind ihm besonders in Erinnerung geblieben? Wie hängen Schauspiel und Musik für ihn zusammen? Und was hat eigentlich das Theaterfoyer mit dem Bordbistro der DB gemeinsam? Die Antworten auf diese Fragen sowie viele weitere Gedanken (+Datingtipps) bekommt ihr in dieser Folge. Hört es euch an! P.S. Ja, es sind mehr als 30 Minuten Drama geworden. Aber nachdem die Wartezeit auf Folge #2 etwas länger gewesen ist, dachten wir, gibt es dafür nun etwas Überlänge – und das ganz ohne Preisaufschlag wie im Kino!

Instagram Profil Joachim Foerster

Instagram Profil TULPE

Hinweis: Wir haben den Podcast in einer Konzertlocation aufgenommen, in der Joachim mit seiner Band TULPE gespielt hat. Ab Minute 25 ist deshalb immer wieder der Soundcheck zu hören. Die Geräusche haben wir bewusst gelassen, da man das Gespräch weiterhin versteht und wir das Ganze authentisch finden. Bleibt dran oder ihr verpasst die absolut geniale Geschichte von Joachim aus dem Paulaner Garten der DB aka dem Bordbistro. Zuletzt wurde Joachim dann doch dringend auf der Bühne benötigt, weshalb das Ende etwas abrupt kommt.

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo!

00:00:01: Diese Podcast-Folge ist in einer Konzertlocation entstanden, in der die Band unseres Gastes Joachim am Abend ein Konzett gespielt hat.

00:00:09: Deshalb hört man ab Minute und zwanzig den beginnenden Soundcheck im Background.

00:00:14: Wir haben das bewusst drin gelassen weil es uns nicht stört sondern wir das Ganze einfach authentisch finden.

00:00:19: Joachime hat sich lieberweise über den Beginn des Soundchecks hinaus ganz ganz viel Zeit für uns genommen und mit uns geplaudert.

00:00:27: Am Ende wurde er dann aber doch sehr dringend auf der Bühne benötigt, weshalb das Ende ein ganz klein wenig abrupt kommt.

00:00:34: Dafür gibt es am Ende auch noch eine sehr wilde Geschichte aus dem Paulaner Garten der Deutschen Bahn aka den Bordbistro.

00:00:40: Deshalb nun viel Spaß!

00:00:45: Noch dreißig Minuten bis zur Vorstellung.

00:00:48: Dreißig-Minuten-Drama Theater mit Anna und Luca.

00:00:53: Wir wollen dich unkonventionell kennenlernen?

00:00:56: Bitte.

00:00:57: Und wir haben eine Kategorie, die heißt Die Flotten Fünf.

00:01:00: Okay ich bin bereit ja?

00:01:02: Pass

00:01:02: auf Nummer eins du musst schnell aus deiner Wohnung.

00:01:04: welche drei Dinge nimmst du mit?

00:01:08: Mein neuestes Notizheft meinen Jahreskalender mein Laptop

00:01:16: Das sind drei.

00:01:17: Aber ich dachte fünf Sachen Drei.

00:01:19: Ach drei okay.

00:01:20: dann

00:01:20: war's das.

00:01:21: Ich dachte flotte fünf.

00:01:22: Ja das ist die

00:01:23: Flottin.

00:01:23: fünf

00:01:23: Fragen.

00:01:23: Ach so okokja die drei Sachen.

00:01:25: Aber

00:01:25: ich lass nur drei Dinge mitnehmen.

00:01:27: Ja, die drei.

00:01:28: Und Notizbuch und Kalender sind analog.

00:01:31: Du schreibst im Hand?

00:01:32: Ja.

00:01:33: Gut!

00:01:34: Und mein Füller ist dran geklemmt als Notizhelft.

00:01:36: Der ist da dran... Nein, du konntest den in keinem

00:01:38: Namen.

00:01:40: Ein echter Fülle.

00:01:42: Dann Kindheitsheld

00:01:44: Tom Jones.

00:01:45: Das ist ein valisischer Sänger.

00:01:49: Ihr kennt doch Sexbomb.

00:01:51: Ja, Sexbombs.

00:01:52: Tom Jones ist Sexbomp.

00:01:53: Tom Jons ist eine Legende.

00:01:57: Tom Jones ist großartig.

00:02:02: Er war vor allem ein unfassbar geiler Tänzer und Entertainer.

00:02:05: Du kannst auch gut tanzen, wir haben Videos gesehen.

00:02:07: Wir werden mal sehen was heute Abend passiert.

00:02:10: Es gibt kein Leben aus Altem-Applaus.

00:02:11: Wir waren kurz.

00:02:12: oder Cocktail Oder ein anderes alkoholisches Getränk Welches ist das Beste?

00:02:19: Das kommt immer auf die Umgebung an.

00:02:21: Also ich würde aus dem Bauch heraus sagen ein Glas Rotwein, aber aus so einem wie in der italienischen Pizzeria also gar nicht aus einem richtigen Weinglas sondern mehr auf so einem Senfglas.

00:02:33: Ja.

00:02:34: Rotweinen einen Barbera wirklich zu schütten das ist schon mein Lieblingsgetränk.

00:02:40: oder nach einem Auftritt für heute ein sehr kaltes Bier oder offen bei Kongen kaltem Bier und es kommt immer auf das Surrounding an.

00:02:48: auch ich trink auch Whisky Cola.

00:02:50: Ich mag auch sehr viele Cocktails, es kommt immer auf das Surrounding an.

00:02:54: Was ist

00:02:57: das peinlichste was dir mal passiert ist?

00:03:00: Was du mit uns teilen möchtest?

00:03:04: Das peinlieste was mir passiert ist die wirklich peinligste Sache die mir passiert is.

00:03:11: Boah!

00:03:13: Da muss ich zu lange drüber nachdenken.

00:03:16: Dann wahrscheinlich nicht.

00:03:17: Oft sind ja peinliche Sachen die passieren sind im Moment peinlos und dann... Verliert das so die Peinlichkeit im Laufe der Zeit?

00:03:24: Wahrscheinlich hätte ich eigentlich ganz vieles zu sagen.

00:03:26: Und wenn jemand sagen würde, hey du kannst auch das und das sagen... Das Problem ist mir nicht so viel peinlich wahrscheinlich!

00:03:31: Ich glaube es mir ist nicht so wahnsinnig viel peindlich glaub' ich.

00:03:35: Ist gut.

00:03:36: Ich wüsste jetzt wirklich nicht so klassisch nein.

00:03:39: Wüsst sich jetzt gerade nichts.

00:03:40: Würdest dich wirklich lange, lange, lang überlegen

00:03:42: Und das ist ja ein gutes Zeichen.

00:03:43: Aber das müssen andere Menschen sagen, für die gibt es auch andere Menschen, wo Gott alles was zu machen ist so peinlich aber so weird?

00:03:48: Ja

00:03:48: gut, aber das sagt meine Familie halt alle drei

00:03:50: Tage also... Mein Herz gehört immer den lächerlichen, eher als denen die über alles herhaben.

00:03:58: Also Leute, die sich blamieren ist ja auch eine Kunst!

00:04:02: Da gehört ja auch ne Gerüche zu, das muss man auch tragen.

00:04:04: Es gibt so viele Leute besonders in der Kunstblase, die so wahnsinnig elitär und super cool sind... ...die sich nie irgendwie blamiern und ich denke was habt ihr für langweilige Leben?

00:04:13: Ich finde die Leute die sich lächerlich machen sind eigentlich meine großen Helden und Heldinnen.

00:04:17: Weil ich glaube es passiert Männern schneller als Frauen.

00:04:20: Ich finde es gibt mehr lächerliche Männer als lächerlich Frauen, glaube ich.

00:04:24: Ich glaube wir nehmen das anders wahr.

00:04:26: Wahrscheinlich?

00:04:27: Das kann sein ja.

00:04:30: Außerdem wer entscheidet was lächerlig ist.

00:04:31: Ja das ist super subjektiv.

00:04:32: Das steht gar nicht... Da steht niemandem zu!

00:04:34: Ich finde da die Gesellschaft auch sehr hart und sehr unfährend.

00:04:38: Es gibt zum Beispiel eine Frau, die ich... Zum Beispiel... Also pass du auf mich ins Thema eigentlich.

00:04:42: aber ich finde jemand wie kennt ihr noch Nadja Abdel-Fahrrad?

00:04:47: Ich finde, wie die Gesellschaft zu ihr gewesen ist das wirklich ganz ekelhaft.

00:04:51: Also auch dieser Spitzname Nattel.

00:04:53: Das klingt schon so herablassend und irgendwie es gibt ein paar Medienpersönlichkeiten an denen einfach diese ganze Hämme des deutschen Ergossen worden ist.

00:05:04: also zum Beispiel ich find' auch Kim Frank gehört dazu Wie der Angef- also ich glaube Ihr seid fast ein bisschen zu jung für Kim Frank.

00:05:11: Aber wie der angefeindet worden ist Einfach nur weil er erstens eine großartige Stimme hatte, ich finde echt schulden uns locker zwei drei große Alben noch und einfach weil er so sensibel und so weich war für die Leute.

00:05:26: Ich fand ich finde Kim Frank ist sensation gewesen und ja also mein Herz gehört immer den die sich lächerlich machen Die Albern, die sich Albern

00:05:36: machen.

00:05:37: Ja, das macht ja Spaß auch.

00:05:39: Es macht Spaß aber es passiert den meisten Leuten passiert sehr unbewusst.

00:05:44: Wenn es noch schöner ist wenn man drübersteht und sich halt so denkt ja fuck it also...

00:05:49: Also ich würde wahrscheinlich eher mit Boris Becker ein Bier trinken als mit Marina Abramowicz.

00:05:59: So würde ich das beschreiben.

00:06:01: Checker auch.

00:06:03: Ich

00:06:04: checke es aus!

00:06:06: Was bist du

00:06:07: für eine Generation?

00:06:09: Weiß ich nicht, was ist man für ne Generation wenn man in der Generation bin?

00:06:12: In der Generation?

00:06:15: Ja, in der Richtung... Wer wär zu jünger als ich

00:06:16: war?!

00:06:17: Was isst man wenn man an der Generation bornen ist?

00:06:20: Aber das Witzige ist ja... Millennial.

00:06:22: Mir schreiben ganz oft Leute, wow ihr seid so'ne coole Gen-Z Band.

00:06:25: Ja aber... Checker warum?

00:06:27: Checker, ja.

00:06:28: Weil ihr halt so super aktuell seid.

00:06:32: Ja das stimmt.

00:06:34: Und man muss zur Stimidia... Es freut mich.

00:06:36: Ja, und ihr seht nun mal auch ein bisschen jünger aus.

00:06:39: Man muss sagen wir haben eine große Alterspanne innerhalb der Band.

00:06:42: Wir sind nicht alle gleich alt.

00:06:44: Wie ist die Spanne?

00:06:44: Ich glaube unser Gitarist ist vierzehn Jahre jüngere als ich.

00:06:49: Also ich bin sechsunddreißig und erst zwanzwanzig.

00:06:52: Aber er sieht älter aus!

00:06:54: Ich hätte jetzt gedacht also ihr könntet alle so gut Mitte Ende Zwanzig durchgehen.

00:07:00: Ich bin auch niemand, ich denke nicht viel über Alter nach.

00:07:02: Es ist

00:07:02: doch scheißegal!

00:07:05: Wenn es dir scheiße... wenn es dir Scheißegal ist, das ist tatsächlich scheiß egal.

00:07:08: Wenn es ihr nicht scheißeggal ist, dann ist es nicht scheissegal.

00:07:11: Aber mir persönlich ist es fickegal.

00:07:14: Also fast gar nicht darüber nach.

00:07:16: Ja,

00:07:16: das finde ich geil.

00:07:18: Wo wir beim Thema werden alter ist ja nach Schauspielbranche schon?

00:07:22: Relevant?

00:07:22: Ja, auf jeden Fall.

00:07:23: Das ist nicht Fick egal wie ich zu meinem Bedauern auch oft selber erfahren muss.

00:07:28: Einig

00:07:28: als Frau ist es nicht fickegal.

00:07:30: Du warst ja so Standard-Jungen, als du angefangen hast... Ich war super

00:07:33: jung!

00:07:34: Ich war neunzehn, als ich aufgenommen worden bin und war zwanzig als ich angefangen habe.

00:07:38: War die Folge an die erste Schule wo du aufgenommen wurdest?

00:07:40: oder hast du noch bei mehreren Schulen vorgesprochen?

00:07:41: Nein,

00:07:43: ich hab einmal vorgesprochen und wurde direkt genommen.

00:07:45: Wir haben

00:07:48: unsere Quelle des Vertrauens zitiert, Wikipedia.

00:07:52: Bei Wikipedia stimmt ganz viel in diesem Eintrag.

00:07:55: Aber dann

00:07:56: können wir mit Mythen aufräumen.

00:07:59: Hast du dich wirklich im Eigenstudium?

00:08:01: Ja das habe ich wirklich.

00:08:02: Also das stimmt.

00:08:03: Das stimmt wirklich!

00:08:05: Ich hatte eine Lehrerin, eine Religionslehrerin die mir nach der mündlichen Abitur von gesagt hat hey ich hatte einen Freund der war wie Du in Bochum Schauspiel studiert, bewirb dich doch da mal.

00:08:17: Und dann habe ich dieses Bewerbungsformular halt mir angeschaut und hab gesehen okay man muss so Monologe vorbereiten, die müssen denn am Alter sein?

00:08:24: Dann habe ich mich mit dem Buch auf Amazon bestellt und geschaut ok es soll meinem Alter sein.

00:08:28: hier das ist ein Sohn der wird schon irgendwie so alt sein wie ich.

00:08:31: hier sind Dichter ja ich schreibe auch so bisschen was ich sage ich mache die beiden Sachen und dann habe Ich das tatsächlich wie eine Choreografie vorbereitet.

00:08:38: also ich habe dann wirklich zu Hause mich mit ziemlich so einer Kamera gefilmt Wo ich dann wusste, bei dem Satz gehe ich da und da rüber.

00:08:48: Ich habe quasi prä Stanislavski-mäßig vorgesprochen.

00:08:51: Und der große Meister?

00:08:53: Ja, weil es halt aber... I don't know!

00:08:55: Weil ich überhaupt keine Ahnung hatte.

00:08:57: Ich hatte null Ahnung.

00:08:58: Dieses Unwissen war mein großes Kapital.

00:09:00: Und intuitiv fällt richtig aus.

00:09:02: Das hab' ich bisher nicht verlassen.

00:09:03: dieses Unwissens deswegen.

00:09:06: Das ist das Ding, dass man sich so zu doll...

00:09:12: Ja, weil ich dachte mir so, ja das geht ja ein.

00:09:16: Wie so weiß ich nicht?

00:09:17: Neunhundert Leute bewerben sich und zehn werden noch gemüßt.

00:09:21: Und ich hatte keine Ahnung!

00:09:22: Ich hatte einfach keine Ahnung auch als ich hingefahren bin wenn ich in der ersten Runde nicht weitergekommen wäre.

00:09:27: Es gab nur eine Kommission die mich genommen hätte, wenn ich mich bei der Schlange links oder rechts angestellt hätte.

00:09:33: Ich hätte nicht nochmal vorgesprochen Und die hätten mich auch zurecht nicht weitergelassen.

00:09:37: Die Leute, die mich weiter gelassen haben in der Kommission, die beiden Professoren... Das war absurd, dass sie mich weitergelassene haben!

00:09:44: Aber warum?

00:09:46: Weil ich überhaupt keine Ahnung von gar nichts hatte.

00:09:49: Ich hatte kein Plan von Nichts und alle anderen hätten tausendprozentig gesagt Ey, sorry aber beschäftige dich erstmal damit was das ist.

00:09:58: Und sie hätten recht gehabt damit!

00:10:00: Sie hätten Recht damit gehabt und ich habe im Studium das auch sehr zu spüren bekommen.

00:10:04: also ich hatte total viel... Ich hatte soviel Gegenwind im Studiums und es hat erst so... Erst Anfang des vierten Jahres war zum ersten Mal so dass jemand gesagt hat oh is gar nicht so schlecht.

00:10:15: Aber ich bin durchs ganze Studium gegangen mit diesem Gefühl von du bist ein Mensch zweiter Klasse ... an ganz, ganz vielen Schauspielschulen immer noch so.

00:10:25: Ja das ist ja auch teilweise

00:10:25: bekannt... ... dass da sogar separiert wird in verschiedenen Klassengruppen?

00:10:28: Ich war ganz klassisch zweite, dritte Klasse auf jeden Fall und ich bin es bis heute für Leute!

00:10:35: Wenn ich manche Dozenten von früher treffe, merke ich immer noch die haben immer noch dieses Bild von dir von irgendwie vor fünfzehn Jahren.

00:10:44: Aber das ist krass, weil die Fakten sprechen ja für dich.

00:10:48: Du hast schon heftig am Theater gearbeitet?

00:10:51: Ich habe vieler am Theater gemacht aber es bringt mich auch zu einer anderen Sache was ich total wertvoll finde... Man soll nicht versuchen irgendjemanden zu überzeugen.

00:11:00: Also wenn jemand einen schlechten Schauspiel findet dann ist mir scheißegal!

00:11:03: Ich freue mich wenn jemand mich einem guten Schauspiel erfindet, aber wenn es nicht so ist, ist mir Scheißegal und ich werde keinerlei darauf verwenden irgendwie davon zu Überzeugen oder auch mit der Musik.

00:11:14: Ich liebe es, wenn Leute das mögen.

00:11:15: Aber wenn Leute es affüchern und Scheiße finden ist, ist mir voll komwurscht.

00:11:19: Ist mich total egal!

00:11:20: Und wenn die Leute denken ich bin wie Hartmut Engler... Dann sag' ich habe alles erreicht.

00:11:26: Oh mein Gott,

00:11:26: ich bin mit Pur-Songs aufgewachsen.

00:11:28: Meine Mutter ist Hardcore-Pur-Fan.

00:11:30: Wir wurden als Kinder also unsere Autofahrten haben daraus bestanden dass wir pur gehört haben oder Herbert Grünemeyer Und wir waren auf Konzerten und so.

00:11:38: Ich lieb's besser.

00:11:40: Das erste Lied, was ich auch auf Singstar gut singen konnte war Abenteuerland.

00:11:45: Bei uns im Tourvan läuft es auf jeder Fahrtabend.

00:11:49: Wir lieben

00:11:50: Abenteuern.

00:11:51: Das finde ich so geil!

00:11:53: Und auch das ist so... Auch dass es pur ist in der Musik.

00:11:56: Das ist so pure.

00:11:58: Ja?

00:11:58: Da kann man sagen, das ist ein So-Eins-to-Ein-Style.

00:12:01: Man kann fast sagen, peinlich oder albern, aber ich finde das ist großzügig.

00:12:07: Ich liebe auch diese Musik teilweise.

00:12:09: und wie gesagt, also ich glaube jemanden von sich zu versuchen, zu überzeugen...ich finde da geht man viel zu viel Macht ab.

00:12:17: Ja, geil!

00:12:18: Das sollte unsere Einstellung werden?

00:12:20: Ich glaube auch.

00:12:22: Es wird uns ja auch schon so ein bisschen eingetrichtert, aber vielleicht müssen wir uns jetzt noch mehr verauern.

00:12:28: Und ich steig mich richtig an für Sachen, ne?

00:12:29: Ich arbeite schon richtig viel.

00:12:32: Aber nicht mit dem Körpest aus der Zeit.

00:12:34: Aber

00:12:34: wenn jemand dieses oder das ja auch bei allen Leuten ob es in der Theaterbranche ist oder in der Filmbranche... Du hast einen Stempel du kriegst ihn relativ schnell und du kannst fast nichts machen um diesen Stempeln loszuwerden.

00:12:48: Was war dein Stempeldärter?

00:12:51: Ich weiß nicht, ich weiß meinen Stempel nicht.

00:12:53: Ich hatte immer oft das Gefühl... ...ich bin für die Theaterwelt so zu poppig und ich dachte für die Filmwelt zu theatrig!

00:13:03: So dazwischen.

00:13:04: So ein Zwischenmensch?

00:13:05: Ja oder keine Ahnung?

00:13:06: vielleicht, wie in der Musik wurde jemand sagen für Schlager bin ich zu sehr rock und für Rock bin ich so sehr schlager?

00:13:12: Ich weiß es nicht Keine Ahnung

00:13:13: Aber so dumm auch.

00:13:14: warum muss man in diese Kategorien stecken?

00:13:17: Man kann doch einfach machen und das gut finden oder nicht gut finden.

00:13:20: Das Leben ist so komplex da wollen die Leute natürlich lieber irgendeine Kategorie haben Und ich finde es auch fein.

00:13:26: Alle Leute können wirklich genau das glauben was sie wollen.

00:13:29: Ich habe nur für mich die Entscheidung gefasst irgendjemanden davon zu bezeugen, hey schau doch mal wer ich wirklich

00:13:37: bin.

00:13:37: Weil wie du wirkst weißt du ja auch nie.

00:13:40: Ja voll und weiß nur wie man sich fühlt.

00:13:44: Ich fühle mich ziemlich gut.

00:13:47: Deswegen, ich fand es krass!

00:13:48: Du hast mal Giesel her in den Liebelungen gespielt.

00:13:51: Ohja.

00:13:51: Fuckin' Gieslherr, den schönsten.

00:13:53: Das ist der Jüngsten

00:13:54: von den Schönsten.

00:13:56: Ist er der schönste?

00:13:57: Ja,

00:13:57: pass aufs gibt die drei G's Nicht die Corona.

00:13:59: Nein,

00:13:59: es geht Gunther,

00:14:00: Gernot und Giesel

00:14:01: her.

00:14:01: Oh, Gennot hat man's nie mitgespielt?

00:14:02: Ja okay, Gunther ist ein Waschlappen.

00:14:05: Der ist ein Loser.

00:14:06: Er

00:14:06: ist ein richtiger Loser!

00:14:11: Gernott ist so... er ist halt auch dabei.

00:14:13: Ich bin Gernotte ich bin auch dabei Und Gieseltherr ist halt der Junge und der Schöne.

00:14:16: Und Giesenherr is ja auch mit Creme Hill so.

00:14:19: Die mögen sich ja gerne.

00:14:20: Ja sie mögen dich gerne, ich glaube zum Schluss.

00:14:23: Zum Schluss, also in der Inszenierung hat sie die Creme mich irgendwann geoffekt.

00:14:27: Aber ich bin mir nicht sicher ob das privat war.

00:14:29: Jetzt ehrlich gesagt Rückblicken getrafft sind irgendwie.

00:14:32: Ich weiß gar nicht wo da sind...

00:14:34: Hey Claudia!

00:14:35: Ich weiß garnicht wo es in der Geschichte Sinne gibt, ehrlich gesagt.

00:14:39: Eigentlich

00:14:39: nicht?

00:14:39: Eigentlich mögen wir sich aber eigentlich dann zum Schluss glaube ich ist irgendwas.

00:14:44: Das ist jetzt auch schon zehn Jahre her, als ich's gespielt habe und ich weiß nur noch dass ich einen Falk Richter Monologue spielen durfte Nach der Pause.

00:14:55: Ja, das hat richtig Spaß gemacht!

00:14:57: Generell, bei uns war die Insignierung richtig so.

00:14:59: Rittertheater.

00:15:00: Das hat total Bock gemacht.

00:15:02: Apropos RitterTheater und die Sprache... Also eine Land zu brechen?

00:15:08: Für wen?

00:15:09: Wir haben uns vorhin darüber unterhalten dass mitteilige Redewängung und Begriffe immer noch eingeführt werden sollen.

00:15:18: Eine Land zu berechnen sage ich ganz oft

00:15:20: Ja.

00:15:20: In

00:15:20: meinem normalen Sprachgebrauch?

00:15:22: Ja.

00:15:22: Das ist ein weirder, aber... Wir finden das sollte einfach wieder eingeführt werden.

00:15:26: Das war nämlich in unserer letzten Folge.

00:15:27: da kommt noch einen... Da kommt noch ein Outtake!

00:15:30: Haben uns so darüber... Sie haben so gelacht weil es überhaupt so klingt.

00:15:34: Aber wir sind dafür dass sie sich wieder eingegfügt.

00:15:36: Eine Lanze brechen.

00:15:37: Einer Lanze berechnen.

00:15:38: Genauso wie Schuhe Galoschen zu nennen.

00:15:41: Geile

00:15:43: Galoschens auch gute... Also

00:15:45: geile Galaschen

00:15:47: oder Tjosten.

00:15:49: Also sich so dualieren auf dem Pferd mit einer

00:15:52: Lande.

00:15:53: Das ist Tjosten, das ist

00:15:54: Tjosten!

00:15:56: Kann man sagen wir sind in eine Tjosterei geraten?

00:15:58: Ja

00:15:59: locker.

00:16:00: Ach das ist ja witzig.

00:16:03: Wusstet ihr wo der Ausdruck herkommt in die Bresche springen?

00:16:07: Nein,

00:16:08: kurze Frage.

00:16:08: Wird Bresche mit A oder

00:16:09: E geschrieben?

00:16:10: Eh, Brescher!

00:16:12: In die Breschespringen.

00:16:13: für jemanden was ja ähnlich ist wie eine Landsebrechen Das ist wenn du ne Burg belagerst und du hast quasi ein Loch in die Mauer gehauen.

00:16:22: Dieses Loch wo also ganz viel fein konzentriert lauert Ist die Bpresche.

00:16:27: Und wenn ihr Anna und Luca, wenn ihr quasi das... ...die Bresch geschlagen habt Sagt kann ich sagen Du wirst in die Bresche springen.

00:16:36: Ich gehe

00:16:36: rein,

00:16:37: ich springe

00:16:38: rein!

00:16:40: Das ist in die Breche springt?

00:16:41: Ja

00:16:41: das ist in

00:16:43: den Brechespringen.

00:16:44: Dann schlagen

00:16:45: wir später mal eine Breschung

00:16:47: an.

00:16:47: Wenn ihr in einer Chosterai heute Nacht

00:16:50: geraten

00:16:51: oder ansätteln solltet, dann könnt ihr mich immer noch über Ferngespräch dazu rufen.

00:16:59: Perfekt, so wenn es über FaceTime läuft es dann.

00:17:04: Und hast du eine Lieblingsrolle aus den Rollen, die du am Theater gespielt hast?

00:17:09: Weil du hast viel gespielt und das Ganze unterschiedlich ist auch gespielt.

00:17:11: Hauptrollen, ultraviel Hauptrollens, Don Carlos Titelrolle hier Caligula Gedöns.

00:17:20: Also hast du da immer was in Erinnerung oder irgendwas Besonderes, irgendein besonderes Erlebnis?

00:17:24: Also ich finde bei Rollen ist es ja immer so eine ganz krasse Frage.

00:17:27: Mit wem machst Du das zusammen?

00:17:29: Wie ist das Team?

00:17:30: Was hat die Regie für einen Gedanken dahinter?

00:17:32: Das ist oft so das Entscheidende auch, was man so selber dann als Wert für sich mitnimmt... Ich fand Caligula schon wirklich für mich eine total tolle Arbeit.

00:17:45: Es war wirklich super, super spannend und es war total verrückt dass du dachtest okay das ist so abgefahren jetzt gibt diesen Raum in der Stadt und da machen wir diese Sache die so verrückt ist und so schräg und das ist irgendwie unter diesem Deckmantel des Theaters.

00:18:00: es ist so okay.

00:18:01: oder sogar kultur und zwar auch Kulturs waren richtig gute Inszenierung glaube ich.

00:18:06: aber ich glaube also was sich so am.

00:18:08: Also Caligula und wer hat mein Vater umgebracht, was wir gemacht haben auch?

00:18:14: Das sind wahrscheinlich so meine zwei Babys gewesen.

00:18:17: Und ich glaube von der Ehrlichkeit war, wer hat meinen Vater ungebracht?

00:18:22: noch größer weil das noch weniger angeschafft war.

00:18:26: Ich weiß ja immer in einem Ding irgendwo ein Moment wo du denkst, das glaub' ich mir selber nicht!

00:18:30: Der Ton ist so angeschauft und es gab einen Satz in Caligulay weil für mich der schwerste Danke Kaisonia Boah, ich kann das nicht mal jetzt gut sagen.

00:18:38: Noch nicht das Gefühl!

00:18:39: Das war für mich das allerschwärsste in diesem Ding.

00:18:42: zu sagen... Ich weiß nicht warum, aber ich konnte es nicht.

00:18:44: Also jetzt hab' ich's wahrscheinlich nicht gut serviert.

00:18:47: Jetzt wird's gut gemacht!

00:18:50: Danke, Kaison!

00:18:51: Ja die beiden Sachen.

00:18:53: Wer hat mein Vater umgebracht?

00:18:54: Das war ja ein Solo-Stück, was du gespielt

00:18:58: hast

00:18:58: im Münster.

00:18:58: Wie war das für dich alleine da zu stehen?

00:19:01: Einfach.

00:19:02: Einfach?!

00:19:06: Ich finde so dieses Ding, dass Leute dann so lieben, Monologe zu spielen.

00:19:09: Finde ich ein bisschen weird irgendwie weil ich denke es lebt doch auch davon, dass du mit anderen Menschen zusammen bist.

00:19:16: aber diese Erfahrung das du wirklich einen Abend komplett in deinem eigenen Atem verbringst ist schon was tolles und die Arbeit ist so konzentriert und so kann so leichtfühlig sein wenn man sich einfach nicht stressen lässt von irgendwas und ich bin jemand ich bin nicht so leicht zu stressen.

00:19:33: Drei und ein halb Wochen Zeit gehabt irgendwie, also inklusive Strichfassung machen.

00:19:40: Ja?

00:19:40: Wow!

00:19:40: Und waren so... Es war wirklich so ganz leichtfüßig, total... Das hat für mich auch diesen Mythos aufgehoben, dass sich richtig gutes Theater immer anstrengend anfühlen muss.

00:19:52: Das glaube ich gar nicht.

00:19:53: Das glaub ich gar nie unbedingt.

00:19:55: Also das musste ich nicht immer nach irgendwie brechen mir jetzt etwas oder so anfühle sondern es kann auch ... aus einer aufrichtigen Leichtigkeit entstehen, wenn du ehrlich zu dir bist.

00:20:06: Ich halte auch nichts davon, wenn man sich irgendwie so in die Tasche lügt und sagt boah das ist voll geil... ...und in der Realität wir sind alle, nein das ist nicht geil!

00:20:13: Und alle wissen spätestens ab der Premiere lacht hier niemand

00:20:16: mehr.".

00:20:16: ...

00:20:17: einer der zehn besten Stücke des Jahres.

00:20:27: Ja, das war cool.

00:20:28: Das war richtig toll!

00:20:28: Hat sich

00:20:29: die Leichtigkeit gezeigt, dass sie auch nach außen getragen wurde... ...dass es wirklich gut angekommen ist.

00:20:33: Die Kritik waren richtig krass und man hat nicht mehr viel gefunden.

00:20:35: War schwierig.

00:20:36: Also da mussest du schon so richtig FBI-Skills jetzt rausfinden aber also

00:20:40: kann gut an.

00:20:41: Aber das war auch das Team und die Zeit war so besonders und das war halt was... Ursprünglich war das nicht auf dem Spielplan gewesen, sondern der Dramaturk.

00:20:52: damals wollte ein Stück machen und ich hatte Zeit und hatte auch Bock drauf in Solo zu machen.

00:20:57: Und wir hatten die Wahl aus entweder Bartsch-Kindermörder was so ein ganz klassisches Männertheater-Solo Ding ist oder wer hat meinen Vater umgebracht?

00:21:10: Zum Glück!

00:21:10: haben wir beide gesagt auf diese Kindermörder-Scheißanwalt-Campbell.

00:21:14: Konntest

00:21:14: du dann auch viel eigene Ideen einbringen, dadurch dass du ja quasi...

00:21:18: Auf jeden Fall!

00:21:18: Weil das total frei war.

00:21:20: Wir haben irgendwie zusammengesessen und dann habe ich gesagt, ich würde gerne so einen Eurodance-Lied einfach auf dem Klavier spielen.

00:21:30: Kannst du das noch?

00:21:30: Ja kann ich noch.

00:21:34: Wenn nicht nachdenke, kann ich es noch.

00:21:36: Ich kann es nachher mal versuchen,

00:21:37: dass ich noch kann.

00:21:39: Das war die erste Frage, die ich mir gestellt habe als ich das alles gelesen hab und weiß so, ob er das noch kann?

00:21:43: Wenn ich den ersten Chord finde, dann kann ich's noch glaube ich.

00:21:46: Wenn nicht nachdenken kann ichs!

00:21:48: Und dann haben wir erst boom-boom-boom gespielt von Wengar Boys, da hab' ich gedacht... Oh, das hört sich auch total schön an irgendwie.

00:21:55: und dann war es aber eben Barbie Girl und das war so wow okay und das hat richtig was aufgemacht in dem Abend.

00:22:02: Warum warst du schon?

00:22:05: Wenn du so ein Team hast, was dich vertraut und sowohl gesund ist, dann kannst du einfach... Dann hast du keine Scham vor Ideen.

00:22:12: Du sitzt in der Bahn und sagt, vielleicht soll ich deinem Kleid tanzen oder so?

00:22:18: Am Tag danach sind wir in den Schlunders gegangen und haben uns alles ausprobiert.

00:22:22: Diese absolute unbürokratische, diese wenigen Wege, die es gab.

00:22:27: Das ist toll!

00:22:28: Du musst nicht irgendwie passen.

00:22:29: Nein, scheiß auf im Konzept.

00:22:31: Wenn sich das richtig anfühlt jetzt gerade, Let's do it so.

00:22:36: Und das war toll!

00:22:36: Kannst du

00:22:37: mir ja vorstellen, sowas noch mal zu machen?

00:22:39: Oder glaubst du, dass du bist so... Das war super, es hat funktioniert.

00:22:42: Ich kann mir alles vorstellen nochmal zu machen.

00:22:44: auf jeden Fall aber ist jetzt nicht so, ich suche jetzt nicht unbedingt als nächste Solo, dass ich irgendwo spielen könnte.

00:22:51: Aber spielst du noch Theater?

00:22:52: Spiels

00:22:52: oder...?

00:22:53: Ich habe jetzt noch Theater gespielt und werde auch wieder Theater spielen.

00:22:56: Cool!

00:22:58: Auf TikTok warst du zwölfter-elfter Da warst du als Löwe oder als was?

00:23:02: Ich habe ein Kindermärchen gefühlt.

00:23:04: Der gestiefelte Kater, da hab ich auch die

00:23:05: viele Rolle gespielt.

00:23:07: Ich hatte mal eine Fächszene in meinem gestiefeltem Karton.

00:23:10: Ja, ich war nicht der gestieflete Kater.

00:23:12: In der Disney-Version.

00:23:12: Ich kenne die selbst nicht aber mit Fechtpartner kannte sie.

00:23:15: Da war ich Kitty.

00:23:16: Ah, Kitty!

00:23:17: Kitty das ist glaubt mich die Freundin von gestiefeletem Kart an dieser

00:23:21: Disney... Also nicht

00:23:21: im Märchen sondern in dieser Disney Version.

00:23:24: Mich war Kitty und dann Hatten wir halt Streit und ich hatte nicht nur meinen Degen, sondern ich hatte auch noch einen Vibrator in der Hand.

00:23:31: Ich wollte gerade sagen, ich hatte in dem Disney-Film den Stiefelte-Karte, fand ich denke die Stiefelnkarte sehr hot.

00:23:37: Ja.

00:23:37: Ich

00:23:37: hatte auch ein hautes Kostüm muss man.

00:23:39: Ich hätte echt ein haudes Kostümen.

00:23:40: Das war hauteng?

00:23:41: Das war hauteng ja.

00:23:42: Habe

00:23:42: ich mir doch gedacht!

00:23:43: Das war ziemlich cool.

00:23:45: Es ist ein richtig gutes Kostym.

00:23:46: Aber es waren

00:23:47: auch geile Schminke.

00:23:48: Geiles Schminkel, geiles Kostyme, vierzigmal gemacht.

00:23:52: Krass

00:23:52: schön.

00:23:52: Und die Kinder haben sich auch gefreut.

00:23:55: Das ist halt das Verrückte, dass bei Kinderteater merkst du den Unterschied zwischen Erwachsenen und Kindervorstellungen so krass.

00:24:03: Und natürlich ganz viele Dinge die in der Endprobenwoche geil sind und die in Premiere toll funktionieren... In den Schulvorstellungen ist alles neu gewürfelt und es ist so anders.

00:24:13: Und ganz viele Feinheiten, die du baust, also auch in Carter selber der irgendwie mit den Leuten, der einerseits mit dem Publikum flirtet aber andererseits dann vor den Leuten auf der Bühne selber sowas vorspielt.

00:24:26: Da sind so viele Nuancen drin gewesen.

00:24:27: das geht natürlich leider bei den Kindern ein bisschen unter einfach.

00:24:32: Kommt bei den Lehrerinnen oder bei

00:24:36: den Eltern?

00:24:36: Wir hatten viele Vorstellung, die sehr viel Spaß gemacht haben Cool.

00:24:38: Aber hattest

00:24:40: du ja auch quasi Kinder als Probenpublikum?

00:24:44: Nee, wir hatten nur mal Lehrerinnen als Publikum da.

00:24:48: Aber Kinder haben wir erst in der Premiere drin gehabt.

00:24:51: Weil das finde ich immer... Ich habe Hospitanz gemacht also Ausstattung, Kostüm und Regie.

00:24:58: Hospitans gemacht in einem.

00:25:00: Und da haben wir auch ein Kinderstück gemacht.

00:25:02: Da haben wir Kinder, also Klassen als Probenprobe bekommen und das war so schön weil die dann quasi so einen Workshop drum herumgemacht haben und dann in den Proben zugeschaut

00:25:11: haben.

00:25:12: Okay!

00:25:12: Und wir dann quasi auch fragen konnten ob die das verstehen?

00:25:17: Die waren so interessiert daran irgendwie mitzuwirken.

00:25:20: Ach geil!

00:25:22: Also es ist super schön gewesen da

00:25:24: hier

00:25:24: rumzuhaben.

00:25:25: Geil!

00:25:25: Magst du noch selbst die Arte

00:25:26: auf?

00:25:27: Ja, na klar.

00:25:28: Also ich finde das ganz komisch wenn Leute sagen oh ich guck mir nichts mehr an ne es gibt mir nicht vollarm.

00:25:34: Vielleicht kann ich es irgendwann verstehen aber ich find es schon wichtig.

00:25:40: man muss natürlich sehr danach.

00:25:41: oft muss man sehr danach suchen weil viel Theater was du siehst ist halt einfach nicht so dass du sagst das macht jetzt etwas mit mir.

00:25:50: Aber wenn es toll ist, also klar.

00:25:53: Ich habe das schon, dass ich dann auch noch von so Aufführungen richtig angezündet bin und in der Atmosphäre des Abends weitergehe und vor allem in der Sprache Melodie des Abens noch für so vierundzwanzig, achtenvierzig Stunden total drin bin.

00:26:08: Und ich finde das total toll!

00:26:11: Also das mache ich auf jeden Fall noch.

00:26:13: Weil du sagst als Sprache was mit dir macht?

00:26:16: Ist Sprache was, was dich beschäftigt?

00:26:18: Objes wie.

00:26:18: Weil ich meine wenn man sich eure Texte anschaut schreibst du die selber.

00:26:23: Das ist schon krass, wie Du mit Sprache spielst und wie Du damit umgehst.

00:26:30: Beeindruckend wohnest du es her also hast du's schon immer gehabt!

00:26:34: Ich hab mich abgermanistisch schuldig.

00:26:35: Ich habe mich ganz viel mit Spracher beschäftigt und liebe Sprache und deswegen find' ich das so toll dass nicht nur eure Musik geil ist noch die Texte geil is'.

00:26:43: Geil sind

00:26:44: so.

00:26:44: Das freut mich natürlich total, also ich versuche einfach dass es so ist das man sagen kann wenn du gar nicht hin hörst kannst du vielleicht Spaß haben weil's catchy ist und wenn du auf die Text hörst, kannst du auch in den Texten was entdecken ohne dass jetzt nur konstruiert ist, denn ich finde es gibt auch ganz viel Sprache in Deutschland Intellektuell sich anhört, aber eigentlich total leer ist.

00:27:10: Und ich finde irgendwo glaube ich spürt das Publikum, dass ob die Sprache nur eine Pose ist und deine Lehre gehst oder ob du tatsächlich... Ob da tatsächlich irgendwie was in noch einer weiteren Dimension drinsteckt?

00:27:25: Ich habe das glaube ich einfach sehr, sehr lange gemacht und wahrscheinlich jeder Mensch der sich so viel damit beschäftigt wie ich wurde wahrscheinlich vielleicht schon zehn Jahre früher dazu kommen, das so schreiben zu können.

00:27:39: Und auch da ist es ja so du hast ja immer alles in der Vergangenheit gemacht und du weißt ja nicht wie's uns das nächste Mal wird?

00:27:46: Du weiß ja nicht, wie ich heute Abend will.

00:27:47: Weil die letzten Shows waren richtig toll!

00:27:51: Aber ich weiß nicht, was heute Abend

00:27:52: wird.

00:27:53: Ich weiß es nicht.

00:27:53: aber auch da is es für mich das Gefühl... Ich versuche es immer aus einer Freude und aus einer Leichtigkeit zu nehmen Kitschding zu gehen und zu sagen, ich muss mir jetzt die Rede von Annie Givens Sunday von Al Pacino anhören damit ich es richtig spüre.

00:28:11: Sondern nein mein Körper weiß schon dass das wichtig ist.

00:28:14: aber du musst freudig, freudigt sein oben sein offen bleiben und dann werden dich die Dinge auch treffen wenn sie da

00:28:22: sind.

00:28:23: Ja uns aus dir nehmen und nicht so.

00:28:24: Ich muss mehr jetzt das alles reinziehen damit ich dann aus mir was nehmen kann weil dich beeinflusst der das Leben Die Menschen, die Erkenntnisse beeinflussen dich automatisch.

00:28:34: Und Freude macht sehr verletzlich!

00:28:36: In einem großen Moment der Freude bist du ultimativ angreifbar.

00:28:39: auch und wir haben als wir bei Rock am Ring gespielt haben, haben wir natürlich ein großes Ding für uns war in Trockenpark und ich hatte vor einem Jahr war ich in Frankreich gewesen und also weil mein Westernfreund ist Franzose und deswegen war ich immer relativ viel im Paris so.

00:28:58: Und letztes Jahr haben wir wirklich, als ich in der Woche da war einfach eine Woche gefeiert.

00:29:02: Aber wir haben fast immer in der Wohnung gefeuert und wir haben nur diese französische Partymusik aus den Siebziger-Achtzigern gehört unter anderem die Kölole.

00:29:13: Die Köhle löst quasi der Soundtrack zur französischen Polonese.

00:29:17: Und wir haben Polonesen gemacht in der Wohnung zu dritt, zu viert und als Geist ist krank um fünf Uhr morgens... ...und dann habe ich zu Rock am Ring, am Abend davor habe ich gekocht im Haus das wir Gemüses hatten.. ..und hab' dann diese französe Partymusik angemacht!

00:29:32: Das ist so leichtfüßig und so großzügig und verspielt und so frei dass ich danach gesagt habe, wir müssen einfach nur unsere Partyatmosphäre aus der Küche einfach nur auf die Bühne übertragen.

00:29:45: So wie in dem Song Wegeküche?

00:29:47: Exakt!

00:29:47: Und genau das versuchen wir.

00:29:51: und dann bist du auch im Moment und dann siehst du mal was passiert.

00:29:54: Ich finde auch das Gefühl, auf die bühne zu gehen und so zu sagen... ...ich weiß gar nicht, was wir machen heute.

00:30:01: Leer zu sein.

00:30:02: Das ist ein geiles Gesühl.

00:30:05: Ja und es gab das aber eigentlich schwierig.

00:30:08: Ich glaube auch, das ist nichts für Control Freaks.

00:30:10: Aber ich bin auch kein Control

00:30:12: Freakie.

00:30:12: Null!

00:30:14: Ja... aber es ist ja auch das Schöne irgendwie so ohne so eine krasse Erwartenzeitung

00:30:17: irgendwo reinzugehen und...

00:30:19: ...aber dass auf sich zukommt oder was?

00:30:21: Weil man kann's nicht kontrollieren.

00:30:23: Du kannst nicht kontrollierend etwas bekommen machen wie es reagiert, wie sie drauf

00:30:27: sind.

00:30:28: Nein du kannst doch keine alten Verabredungen hinterherrennen.

00:30:30: also ich finde das hat viel von einem Date.

00:30:34: Du kanntest dir für ein Date viele Sachen vornehmen und es ist nicht schlecht, wenn du einen Starkpunkt hast.

00:30:40: Das ist auch mal gut SOS-Fragen im Background zu haben, falls das still wird?

00:30:43: Nee aber dann denkst du irgendwie... Du musst da ja auch im Moment sein!

00:30:48: Und vielleicht sei er für der Hesaiers auch schon mal erlebt, aber ich finde es gibt so.. Wenn du zum Beispiel bei einem Date Over Prepared bist Das kann eigentlich fast nicht gut werden.

00:30:59: Ja, das fällt halt auch auf

00:31:00: ne?

00:31:00: Das fällt auf!

00:31:01: Das ist unheimlich längst.

00:31:02: Ich muss jetzt das sagen und nein... Und

00:31:04: das passt da manchmal nicht.

00:31:05: Dann passt der Anschluss auch nicht und du bist so... Der Wait a second... Nein, du

00:31:09: musst es aus dem Moment komplett rausholen und genauso finde ich das gut wenn du sowohl auf der Bühne hier als auch im Theater, ich find's immer gut, wenn du nur ein bisschen Angst mitnimmst.

00:31:22: Mhm.

00:31:23: Ich mach jetzt nie direkt davor Text sondern vielleicht Maximal am Morgen.

00:31:29: Und ich spreche wirklich nur einmal im Kopf den Text ganz schnell durch und dann mache ich das nie, dass ich sage ah die Passage sollte ich mir noch mal anschauen.

00:31:38: nein!

00:31:38: Ich gehe viel über mit dem Gefühl auf die Bühne von...ich hab's mir nicht nochmal angeschaut und ich guck mal was abgeht heute Abend.

00:31:44: Schauen wir mal was wird?

00:31:46: Ja

00:31:47: weil die Zuschauerinnen gucken ja auch mal was man wird.

00:31:51: Dann ist man optimal.

00:31:52: Man isst auf einer Suche So zusammen.

00:31:54: Ja, und das ist irgendwie das Schöne was man als Zuschauer innen auch merkt wenn man ein Stück öfter sieht dass es nie gleich ist.

00:32:00: Dass eben nicht die vom Band ist und quasi so immer wieder das Gleiche abgespielt.

00:32:07: Das ist nice!

00:32:08: Und immer wie das eine andere Atmosphäre dauert oder eine andere Nonstierung und so...und das ist halt geil.

00:32:14: Es ist mit Musik auf jeden Fall so.

00:32:16: Auf jeden Fall also ich habe keine Ahnung was heute Abend passiert.

00:32:19: Und würdest du sagen gibt's sonst noch Unterschiede?

00:32:21: Musik, Theater Bühnensituation oder hast du da viele Parallelen?

00:32:26: Es gibt viele Parallehren.

00:32:28: Ich finde, es ist in der Musik ... Du hast im Gesang auch Gedanken wie ein Theater auch wo du weißt ah!

00:32:36: Der Gedanke gehört eigentlich dahin vielleicht gehörte noch dahin.

00:32:40: Vielleicht schwingt also dieses das Gefühl Text zu entdecken.

00:32:44: Hast du in der musik auch... Dialogischer Beruf in dem Berufssort.

00:32:50: Aber es ist total dialogisch, weil du ja die Energie des Publikums auch spürst und mit den Publikumern das zusammenspürst.

00:32:56: Und dann ist es irgendwie auch so dass ich manchmal dann das Gefühl habe Das Publikuum entwickelt eine Körperlichkeit und im optimal Fall wenn wir wirklich verbunden sind Dann trage ich fast die Körperlichkeit des Publikums in mir und ich spüre Wenn ich mit meinem Körper gewisse Sachen mache spüre ich, dass Publikum geht mit.

00:33:18: Und das ist für mich total interessant zu erleben und tausend andere wie viel musst du geben?

00:33:25: Wie wenig kannst du

00:33:26: geben?!

00:33:27: Wie kannst du in der Melodie also in der Phrasierung bei uns jetzt die Melodieset?

00:33:31: aber wie kannst du eine Phraserung spielen?

00:33:34: Das ist sehr sehr sehr ähnlich!

00:33:36: Es ist ja auch echt wie auf einer ganzen Theater ein bisschen schaftlicher eben.

00:33:43: so ne Fischbergschleife.

00:33:44: einfach ist, dass man selber was gibt.

00:33:46: Man bekommt das wieder, was man aufnimmt und es dann wieder erikafischer lichtige die Königin der Theater ist.

00:33:52: Ja du kannst es nicht reproduzieren!

00:33:54: Also Sachen oder keine Ahnung Jokes in der Vorstellung gestern oder im Show gestern super toll funktioniert haben werden nicht funktionieren wenn du sie eins zu eins replizierst weil einfach der Weg dorthin nicht dergleiche sein kann Und deswegen bist du auch nicht an dem gleichen Punkt.

00:34:13: Du springst etwas oder du springst in eine falsche Richtung vielleicht, aber auch das lässt sich nicht so... ...lässt dich nicht repozibel, wenn du ne schlechte Premiere spielst weil du versuchst die Generalprobe nachzuholen.

00:34:25: Also dieses ganz, ganz lege, ganz frei wie möglich

00:34:29: eigentlich.

00:34:30: Theater- oder Musik?

00:34:32: Wow!

00:34:33: Das ist echt schwer.

00:34:34: Das ist wirklich sehr schwer für mich.

00:34:36: Das is' sehr schwer.

00:34:37: ich

00:34:38: jetzt also... Du kannst auch cheaten und beides sagen.

00:34:43: Also jetzt bin ich drei Stunden vor der Show.

00:34:47: Ich will schon sagen auf jeden Fall Musik, auf jeden fall Musik.

00:34:52: Hast du schon immer Musik?

00:34:54: Also war das für dich schon immer ein großes Ding auch während der Schauspielschule zu sein und auch davor?

00:34:57: Ja klar, ja klar.

00:34:59: Also ich habe vor der Schause-Schule schon angefangen und dann während der Total viel verfolgt und mein Artistdiplom, also meine Eigenarbeit war auch schon Musik.

00:35:18: Also war es schon so eine Art Musical oder so was ich da geschrieben hatte ja.

00:35:21: Wow!

00:35:22: Wie hieß das?

00:35:23: Was war das?

00:35:27: Das hieß Lieder zum Mars und es ging um so eine Welt... Es ging um solche Frauen, Männer Thematik und Männer, die alleine irgendwo zurückgelassen sind.

00:35:43: Und wieder zu den Frauen Kontakt aufbauen wollen und sagen das können wir nur Musik machen und sie dann quasi Songs schreiben.

00:35:56: Die dann sagen wir werden darüber wieder Kontakt aufbau.

00:36:01: Also trashig, aber das hat voll Spaß

00:36:03: gemacht.

00:36:03: Na ja, wie man sieht auch heute noch aktuell!

00:36:05: Die

00:36:06: Thematik ist ja irgendwie... Das war voll

00:36:07: aktuell.

00:36:08: Es zieht sich ja durch genauso wie all die politischen Sachen, die sich immer wiederholen und...

00:36:14: Ich glaube wir hätten damals nur nicht gedacht dass ich so viele Sachen anschärfen in jede erdenkliche Richtung.

00:36:22: Ja, ich habe jetzt am Telier Theater waren die Lessing-Tage

00:36:26: Okay.

00:36:27: Matthias Lilienthal hat die kuratiert, also er war Intendant der Lessing-Tage.

00:36:33: und da waren zwei Sachen.

00:36:37: Es war einmal Milo Rau hat den Prozess gegen Deutschland hier eröffnet – das war ja wild!

00:36:41: Und da waren Expertinnen, ZeugInnen, echte Richterinnen... na es war nur eine Richterin aber eben auch Schöpfen mit dabei Wo alle Thematiken, die gerade so sich zuschärfen, thematisiert wurden.

00:36:52: Dann war eine Frauke Petri da, die auch Rede gehalten hat versus ein jüdischer Musiker der kurz vor Fraukepetri geredet hat.

00:37:04: Es war Wahnsinn!

00:37:05: Die Stimmung war angespannt und sehr verdichtet.

00:37:08: Wahnsinn,

00:37:10: man kann sich's noch auf YouTube anschauen.

00:37:12: Ist ja geil wenn es so was kommen kann.

00:37:17: Und das Zweite war eine Inszenierung aus Österreich.

00:37:21: Violenz von zwanzig fünfundzwanzig.

00:37:22: da waren fünf Schauspieler aus Graz und teilweise aber auch wir aus Hamburg die fünf rechte Männer gespielt haben.

00:37:31: Die haben quasi die erste Hälfte des Abends wirklich

00:37:33: nur ganze

00:37:34: Zeit ihre Parolen ins Publikum geschossen bevor es dann.

00:37:38: Wir sind ne Männer-Studentenschlagende Verbindungsgeschichte, tanzen in schwarzen Unterhosen und sind so richtig

00:37:44: auf Testosteron

00:37:45: und männlich.

00:37:46: Und auch da war spannend wie die Reaktionen vom Publikum sind weil das ist Nummer eins zu eins die Situation die gerade existiert.

00:37:56: es wird dir gespiegelt und alle sind so.

00:37:59: was können wir der Kunst nicht machen und ich meine bei euren Texten rastet die Menschen ja in Kommentarspalten zum Teil auch aus Und sind so, das kann er jetzt aber nicht sagen.

00:38:09: Der kann doch nicht über toxische Männlichkeit sich... Also es kann ja doch nicht ironisch oder satirisch aufgreifen.

00:38:16: Es ist also Wahnsinnes im Internet und in der Welt diese Verschärfung von Zuständen.

00:38:22: Die Leute sind auch so... Menschen sind teilweise so krass humorlos geworden Und Humor ist so eine starke Waffe.

00:38:29: Ja.

00:38:30: Humor,

00:38:30: es war so ... Ist was so Kraftvolles und ich würde mich überhaupt nicht dafür interessieren, mich irgendwo eins zu eins wie ein Pädagogie hinzustellen und zu sagen So-und-so ist jetzt die Welt!

00:38:43: Und so muss du das versuchen zu sehen?

00:38:46: Das finde ich... Dann soll man Lehramt studieren.

00:38:49: Ja, ja.

00:38:52: Also auch die Leute sind doch teilweise gar nicht so Teilweise gar nicht so dumm, sie verstehen doch auch eine Provokation.

00:39:01: Ja?

00:39:02: Aber ich glaube das ist so... man will es nicht!

00:39:05: Man will's nicht, ja.

00:39:05: Das

00:39:06: ist so.

00:39:07: dieses

00:39:08: wollen, man will nicht.

00:39:09: Da verstehe ich wirklich, dass teilweise nicht, dass da Leute so eingeschroben sind irgendwie, dass man so dieses, na es gibt eben, es existiert eben Subtext.

00:39:22: Subtext gehört halt zur Welt dazu, Subtext gehört zu jeder Freundinenschaft gehört dazu und man spürt das doch auch in Satire.

00:39:34: also dieses Potenzial der Satire was ich finde so unausgesprochenen liegt, dass du genau weißt Hey, wir sind uns doch einig.

00:39:43: Wir wissen noch unten drunter, meinen wir das und das Gemeinsamen?

00:39:47: Diese Verabredung darauf, die nicht unausgesprochen ist generell so was... Das ist total schön in der Gesellschaft, weil du weißt, dass es unaus gesprochen ist.

00:39:55: Wir müssen es nicht aussprechen!

00:39:56: Wir können uns darauf verlassen, dass wir eigentlich einer Meinung sind.

00:39:59: Und solange wir es nicht explizit benennen müssen, ist diese Vertrauen viel

00:40:02: größer.".

00:40:03: Das finde ich eigentlich viel reizvoller, als dass immer alles so explizit benannt werden muss und jeder wie über eine Checkliste sich quasi identifizieren muss.

00:40:12: Dass er sagt Ich darf mitmachen und ich bin einer von den Guten.

00:40:17: Und in der Kunst und im Theater sowieso.

00:40:20: Das ist das was es sexy macht.

00:40:21: Ja, Ultra!

00:40:22: Sexy finde ich gut.

00:40:23: Theater und Kunst sexy.

00:40:27: Aufregend, aufregend.

00:40:28: soll man es machen?

00:40:31: Ja ultra!

00:40:32: Und ich glaube das ist etwas was teilweise... Da kommen wir darauf zurück was du gesagt hast mit.

00:40:36: Man muss im Theater auch schauen.

00:40:38: was für Inszenierung sprechen mich überhaupt an?

00:40:40: wo denke ich drüber nach?

00:40:41: was finde ich überhaupt aufregende attraktiv sexy?

00:40:44: was macht was mit mir?

00:40:47: dass da noch mehr Fokus drauf gelegt werden muss weil wir kriegen das mit in unserer junge Menschen-Gensie-Bubble.

00:40:54: Wir sind unsere Bubble, wir gucken Theater, wir interessieren uns dafür.

00:40:57: also wir sind offen für irgendwie alles.

00:41:00: aber der Tee neu ist normal und wir können Netflix schauen, wir können uns irgendwie von Bildschirmpflanzen Tiktok Insta und Theater brauchen wir nicht.

00:41:09: Das ist langweilig, ich kann mir nichts mit anfangen.

00:41:12: Es ist vor allem nicht so bequem, es ist nicht zu bequeme, weil wie du weißt, ich kriege meinen Dopamin-Kick auch wenn ich mir zwei Stunden irgendwelche Memes anschaue.

00:41:22: Klar das ist nicht so leicht zu konsumieren aber... Das ist auch der Wert und du erinnerst dich auf jeden Fall sogar an ein mittelmäßiges Theater-Stück länger als wenn Du die besten Memes Deines Lebens angeschaut hast.

00:41:35: Was auch immer das sein soll, ich isse auch diese digitale Amnesie!

00:41:38: Ich erinnere mich an kaum eine Sache, die ich gelesen habe online in die ich mich heute noch erinnre... Ich habe viel online gelesen.

00:41:45: Und ich hab mir viel Scheiße angeschaut.

00:41:47: Mir fällt immer nur das ein, was ich vielleicht gestern oder vorgestern geguckt habe.

00:41:51: Das ist so wertlos!

00:41:53: Ja und

00:41:53: es ist einfach ganz schnell weg... ...und das ist ja auch diese Aufmerksamkeitsspanne nachgewiesen, dass man nur noch eine kurze...

00:41:58: Hallo?

00:41:59: Du kannst Netflix auf anderthalbfacher Geschwindigkeit

00:42:01: schauen?!

00:42:02: Ja.

00:42:04: Und du gehörst zu den Menschen... Aha!

00:42:08: Jetzt

00:42:08: möchte ich jetzt an der Lande brechen.

00:42:11: Die Menschen, die irgendwann...

00:42:14: Wenn

00:42:14: du Vorlesungen in der Uni auf anderthalb geschrieben hast.

00:42:16: Okay, hab ich auch.

00:42:18: Ich höre mir Podcasts zum Beispiel.

00:42:21: Auf anderthalffacher manchmal sogar zweifacher Geschwindigkeit

00:42:23: und Hörbücher!

00:42:25: Das finde ich aber noch vertretbar?

00:42:26: Auf schnellerer Geschwindigkeit an, weil man merkt es ja an dir, ich bin so ein zackiger Mensch, ich rede auch sehr schnell Und mein Kopf funktioniert sehr schnell.

00:42:36: Und wenn ich runterfahren oder entspannen will, dann mach' ich was anderes.

00:42:38: Dann helfe mir ASMR-Videos an oder höre Musik, oder meditiere oder mache Yoga oder was auch immer.

00:42:46: Aber wenn ich quasi sowas konsumiere dann will ich den Inhalt halt...

00:42:49: Ja klar!

00:42:50: ...aber Netflix.

00:42:51: Die bewegen sich doch dann auch so?

00:42:53: Ich habe das schon mal bei einem Athaus film gemacht wo ich es nicht ertragen habe und das schand über mein Haupt.

00:42:58: da dachte man so ich hab das Prinzip verstanden warum sie's machen und dachte mir okay jetzt kann die es mir auch schneller anschauen.

00:43:04: aber ich habe natürlich als schlaue gebildete Frau ...habe ich gerafft, dass das... ...dass ich natürlich jetzt den Mechanismus umgehe,... ...der eigentlich erzielt werden sollte.

00:43:12: Aber auch deswegen liebe ich Theater,... ...weil wenn ich mir einen sechsstunden Hamlet von Kastorf anschaue....

00:43:17: Kann schon reinrufen schneller!

00:43:19: Kann nicht?

00:43:20: Aber da bin ich doch zu zivilisiert.

00:43:21: Versteht.

00:43:22: Ich

00:43:22: denke mir so scheiße und ne, kann ich mich

00:43:24: machen?!

00:43:24: Nachher werde ich rausgeschmissen und deswegen rede ich dann nicht rein und schaue mir mal sechs Stunden an und denke innerlich so.

00:43:31: Ja, und ich finde es macht ja auch was mit allem.

00:43:33: Wenn man da rausgeht und sich so denkt, das war jetzt eine drei Stundenvorstellung hat sich aber angefühlt wie eine Stunde.

00:43:37: Genau so macht er etwas

00:43:39: mit einem anderen Punkt.

00:43:41: Irgendwie hat sich das angefühlen, jetzt hätte ich

00:43:43: hier drei Tage gesehen.

00:43:43: Ich habe auch das Gefühl schon, wenn man merkt wir haben jetzt Lebenszeit miteinander verbracht.

00:43:48: Das finde ich ganz viel!

00:43:53: Und dass man sich wirklich die Zeit genommen hat?

00:43:54: Weil ich sitze da ja wirklich Ruf ich nicht rein und im Regelfall hole ich nicht mal ein Handy raus.

00:43:59: Und gucken wir nebenher noch TikToks an, also das heißt meine Aufmerksamkeit ist ja wirklich hundert Prozent dann da ob ich gerade innerlich angespannt bin weil ich will dass es schneller geht ob was auch immer.

00:44:08: nein Ich sitze da und ich sitze die gesamte Zeit ich stehe nicht vorher auf ich bleibe

00:44:13: Ja

00:44:13: und das finde ich auch.

00:44:15: Wie schnell wirst du verleitet?

00:44:17: eben dazu, wenn du zu Hause bequem sitzt?

00:44:18: Netflix anhast was auch immer anhast nebenher noch den macht.

00:44:21: Boah es ist so schwierig!

00:44:22: Es ist so hart!

00:44:24: Das ist

00:44:25: so krass und deswegen liebe ich das auch ins Theater zu gehen wo ich das eben nicht mache und auch dann dazu gezwungen werde dass man auszuhalten und nachher checken

00:44:35: ja war

00:44:35: jetzt auch nicht so

00:44:37: schlimm.

00:44:37: oder auch im Kino.

00:44:40: Ich habe eine wesentlich bessere Finishquote bei Filmen, wenn ich sie im Kino schaue als wenn ich Netflix gucke und das erschreckt mich selber auch ganz oft.

00:44:49: Wenn ich dann anfange was zu gucken und merke nach zwei Minuten filmen, schau ich zum ersten Mal wie lange geht der Film schon?

00:44:55: Es ist furchtbar unvorstellbar.

00:44:58: Schrecklich, schrecklich.

00:44:59: Man schreibt man isst man keine Ahnung und im Kinos ist halt auch also... Das Filme im Kino machen mich auch emotionaler als wenn ich mir einen traurigen Film an Netflix ankomme.

00:45:11: Weil ich da in meinem Zimmer sitze,

00:45:12: im Idealfall

00:45:13: und keine Ahnung.

00:45:14: Aber im Klo sitze ich ja auch wieder mit fremden Menschen die gerade in dem gleichen Moment das aufnehmen wie ich aber mit ihren ganz eigenen Problemen mit Emotionen und Gefühlen.

00:45:26: Ich finde auch diese Verabredung so schön dass man sagt man geht mit wildfremden Menschen ein Raum Es wird dunkel, der Vorhang geht auf.

00:45:34: Die Werbung läuft und alle exponieren sich so.

00:45:37: Und wenn man irgendwie ... Wahrscheinlich ist das irgendwo eine Übersetzung zu einer Zeit wie ganz lange herrscht, wo man eben zusammen am Lagerbäuer saß?

00:45:46: Ich weiß es nicht!

00:45:48: Weil auch diese Faszination für das Licht, ich glaube auch das kommt aus so einer Zeit weil, wo das Licht war, ist eben das Leben gewesen.

00:45:58: Da war der Stamm oder whatever.

00:46:01: Und diese Verabredung finde ich total schön und das finde ich auch im Theater wirklich sehr schön.

00:46:07: Ich finde Theater ist ein guter Ort für Dates, muss ich sagen.

00:46:11: Halt dich auch schon!

00:46:11: Falls ich jetzt nicht zu weit gehe... Ja, ich finde den Theater auch sehr

00:46:17: gut.

00:46:18: Was habe ich falsch gemacht?

00:46:19: Also man kann

00:46:20: auch danach direkt was zu reden.

00:46:21: Du hast den Drink in der Pause vorbestellen.

00:46:24: Damit du

00:46:25: nicht in der Schlange stehst.

00:46:29: Das haben

00:46:30: wir noch nie gemacht.

00:46:33: Noch nie?

00:46:34: Ich habe vor einigen Wochen richtig hart im Kino gesoffen, das war auch

00:46:40: geil!

00:46:41: Was für ein hartgesoffener... ich hab im Kinos eine Flasche Rotwein getrunken und es war richtig gut.

00:46:46: Das war richtig, richtig

00:46:48: gut!

00:46:50: J Kelly mit George Clooney habe ich

00:46:52: gesehen.

00:46:53: Am Theater gemacht.

00:46:54: Es war auch richtig cool aber ich hatte kein Date.

00:46:57: Vielleicht wäre es noch besser gewesen.

00:46:58: Theater-Date?

00:46:59: Theater- Date!

00:47:03: Ja, irgendwas habe ich falsch gemacht.

00:47:04: Das kann noch kommen... Ich bin ja schon neunundzwanzig.

00:47:06: Was soll

00:47:08: das?

00:47:08: Komm!

00:47:08: Er hat neunhundertzwanzzig.

00:47:11: Easy.

00:47:12: Kommt noch.

00:47:13: Viele Dates im Theater kommt

00:47:14: er noch.

00:47:15: Ich glaube auch.

00:47:16: Ich hab gutes Gefühl.

00:47:19: Wenigstens zwei von drei.

00:47:19: Das ist der schon gute Quote.

00:47:20: Zwei Dritte.

00:47:25: Ja, ist gut.

00:47:25: Aber wirklich in der Pause vorbestellen?

00:47:28: Mache ich.

00:47:28: Vorher vor bestellen und dann kann man nämlich die Pause richtig entspannend chillen... Und man kriegt einen Tisch!

00:47:33: Man kriegt ein Tisch, du kommst da rein und dann steht er so namensschädig.

00:47:37: Nice!

00:47:37: Dann steht da ein Rotwein und eine Brezel.

00:47:42: Es passieren auch witzige Dinge und man kommt so ins Gespräch manchmal mit Leuten, die so am Nachbar-Tisch sitzen.

00:47:46: Das ist geil!

00:47:46: Das ist wie ein Bordbistro.

00:47:48: Ja voll!

00:47:48: Und so zusammengruppieren...

00:47:50: Das Foyer ist das Bord-Bistro des Theaters?

00:47:52: Ja wirklich, das Foyé ist das Board-Bestro des Theateres.

00:47:55: Schön!

00:47:55: Aber Bord bistrum, da habe ich auch schon hart gesoffen.

00:47:58: Ja das ist geil.

00:47:59: Das wirklich

00:48:01: geil.

00:48:01: Boah, Bord

00:48:01: bis zum Wessel.

00:48:03: Boah, Bord ist so... Ich wurde auch gestern dafür gejudged, dass ich mir keine Sitzplatzreserviere.

00:48:08: Habe ich noch nie gemacht?

00:48:09: Ich auch

00:48:11: was!

00:48:13: Ich hatte eine der geilsten Zugfahrten meines Lebens während Corona nachts von Münster nach Mainz und war im Wortbistro mit ... einer Frau, die gerade im Kosovo geheiratet hatte.

00:48:36: Einem Gastronom aus Düsseldorf und einem muss man sagen echt straight up rechtsextremen Corona-Schwurbeln.

00:48:45: Und wie viel?

00:48:46: Und ich war wahrscheinlich immer so der liberalen Mitte-Links-Flügel oder keine Ahnung was.

00:48:49: jeder war so vertreten... ...und irgendwann haben sie dann im Bordbistro das Gitter runtergemacht.

00:48:56: Und das hat uns als Masse so gebunden, weil wir jetzt eine gemeinsame Richtung hatten.

00:49:00: Weil wir wollten es erschaffen und dass es Gitta wieder aufmacht!

00:49:03: Aus dieser Gemeinschaft wurde eine so geile Fahrt, wo wir uns zu viert abgeschossen haben.

00:49:11: Es hat unfassbar Spaß gemacht.

00:49:13: Das Krasse war der Schwurbler... Hat keine Maske gehabt damals?

00:49:20: Hat kein Ticket

00:49:21: gehabt?!

00:49:22: und hat auf der Toilette geraucht.

00:49:24: Wow, wow!

00:49:25: Und war ganz stocksteif der Meinung, dass Deutschland eine Diktatur ist usw.

00:49:29: Hey Mann du kannst alle... Du hast die Rechte, die wir uns nicht rausgenommen haben.

00:49:36: Jeder trägt ne Maske, keiner raucht.

00:49:38: Der Typ wurde kontrolliert hatte kein Ticket und es war nicht nur so.

00:49:42: er musste in Köln aussteigen zur Geburt seiner Tochter bei seine schwangere Frau im Krankenhaus lag Und in Koblenz hat er gefragt, wann kommt Köln?

00:49:54: Das ist nackt.

00:49:54: KölN ist schon gewesen und dann hat der ICE nachts einen Extra-Halt eingelegt damit er mit dem Regionalexpress zurückfahren kann.

00:50:03: Da ich noch gesagt habe wie kannst du jetzt eigentlich noch sagen dass es hier eine Diktatur wäre?

00:50:09: alle haben alles für dich

00:50:11: gemacht durch

00:50:13: mich.

00:50:13: Zwar ne gute Fahrt war ne geile Fahrt.

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