#1 Zwischen Glimmer und Sternmomenten

Shownotes

Hallo und herzlich Willkommen bei 30 Minuten Drama!
Hier kommt unsere kleine Kennlernfolge: Unter anderem erfahrt ihr, warum Anna Faust II besser als Faust I findet, wie Lucas Schiff bei der Schiffstaufe genannt werden würde und ob wir Team Rot- oder Weißwein sind (+ Vieles mehr).
Natürlich erzählen wir euch auch, was uns antreibt und warum wir diesen Podcast machen wollen.
Ganz viel Spaß!

Transkript anzeigen

00:00:02: Noch dreißig Minuten bis zur Vorstellung.

00:00:05: Dreißig Minuten Drama,

00:00:07: Theater mit Anna und Luca.

00:00:11: Hallo, wir sind Luca und Anna

00:00:14: und zusammen sind wir die

00:00:16: Glamour

00:00:16: Twins.

00:00:19: Ja,

00:00:21: als Vorstellung dachten wir uns, fangen wir einfach direkt mal mit was Untypischen an.

00:00:27: Und zwar mit den Flotten fünf.

00:00:29: Das sind fünf flotte Fragen zum Kennenlernen.

00:00:31: Ein bisschen unkonventionell, ein bisschen wild.

00:00:33: Und ein bisschen random.

00:00:35: Die stellen wir uns jetzt gegenseitig.

00:00:36: Auf

00:00:37: geht's ab, geht's immer nacheinander.

00:00:39: Okay.

00:00:40: Anna.

00:00:41: Faust eins oder Faust zwei?

00:00:43: Faust

00:00:43: zwei.

00:00:44: Definitiv.

00:00:44: Viel wilder.

00:00:47: Viel mehr los, richtiger Fiebertraum.

00:00:50: Keine ganz zusammenhängende Handlung mehr zu erkennen.

00:00:53: Und der beste Akt der Dritte.

00:00:54: Akt, der Helena-Akt, bewundert viel und viel bescholten Helena und so weiter und so fort.

00:00:59: Haus zwei.

00:01:02: Luca, wie würdest du dein Schiff bei einer Schiffstaufe nennen?

00:01:07: Oh mein Gott, ich glaube so was ganz, ich glaube so Emma oder so, weil Emma sieht so schön aus, geschrieben auf so einem Schiff.

00:01:15: Verstehst du was

00:01:15: ich mache?

00:01:16: Ja, checker.

00:01:16: Darfst du wieder

00:01:16: Emma heißen?

00:01:18: Ja,

00:01:18: Emma.

00:01:19: Geil.

00:01:19: Es

00:01:19: würde Emma heißen.

00:01:21: Und hättest du noch eine Zahl?

00:01:21: Emma, die erste, Emma, die fünfte... Nein, das

00:01:24: ist ein kleines Sehgebot und es würde Emma heißen.

00:01:26: Ja.

00:01:28: Schön, oder?

00:01:29: Find ich schön.

00:01:29: Anna,

00:01:31: würdest du eher Kleidung aus den Siebziger oder aus den Achtzigern tragen?

00:01:34: Boah,

00:01:34: jetzt muss ich mich erouten, dass ich mich jetzt nur mit Siebziger und Achtzigern unterschiedstechnisch nicht so gut auskenne.

00:01:40: Ähm, ich würde das mal sagen.

00:01:44: Siebziger?

00:01:46: Ja.

00:01:47: Doch.

00:01:47: Egal,

00:01:48: so Trainingsanzüge und so.

00:01:49: Ja, gut, ich hab grad einen Trainingsanzug

00:01:52: an.

00:01:52: Aber du trägst auch einen Blazer.

00:01:53: Aber

00:01:53: ich trage auch einen Blazer.

00:01:54: Ich bin die Mischung aus Seventies und Eighties.

00:01:56: Ja, guck mal.

00:01:58: Ja, wow.

00:02:00: Wer oder was inspiriert dich?

00:02:03: Ich da ganz viele

00:02:05: Menschen.

00:02:06: Ich glaube, einfach Menschen, die weitermachen.

00:02:10: Auch wenn sie stehen bleiben, manchmal.

00:02:14: Ähm, ja.

00:02:16: Und einfach Menschen, die positiv bleiben, durch alles durch.

00:02:21: Und das inspiriert mich.

00:02:23: Da gibt es viele Menschen in meinem Leben.

00:02:25: Aber

00:02:26: das inspiriert mich.

00:02:28: Finde ich schön.

00:02:30: Liebende Menschen.

00:02:31: Positiver Menschen.

00:02:32: Ja, mehr Positivität auf jeden

00:02:34: Fall.

00:02:36: Anna, wie würdet dein Country-Album heißen?

00:02:45: Das ist das erste, was in meinem Kopf geploppt ist.

00:02:48: Es ist geklaut.

00:02:50: Es ist alles nur geklaut.

00:02:53: Das ist alles gar nicht

00:02:54: meines.

00:02:56: Ja, ich finde es irgendwie ein schönes Bild.

00:03:00: Auf so einer Landstraße, irgendwo hinzufahren, wo man so ein Zuhause-Gefühl hat.

00:03:06: Man wärst du auch so auf dem Cover drauf, auf so einer Landstraße.

00:03:08: Ja, und dann wahrscheinlich in so einem Oldtimer.

00:03:10: Oh ja.

00:03:11: Caprio.

00:03:12: So ein Kopftuch auf dem Kopf und so ein bisschen Boho Style.

00:03:18: Und wahrscheinlich Bers in Schweden.

00:03:21: Ah, okay.

00:03:21: Ja.

00:03:23: Also, dann haben wir bald deinen Release von

00:03:25: Country Roads Take Me Home.

00:03:29: Country Roads Take Me Home, zwei Punkt Null.

00:03:34: Luca, süßes oder salziges Popcorn?

00:03:38: Süßes Popcorn.

00:03:40: Oder beides zusammengemischt?

00:03:42: Okay, ja.

00:03:43: Weil das

00:03:43: gibt es manchmal.

00:03:44: Ja,

00:03:44: manchmal kannst du es beides.

00:03:45: Weil ich

00:03:46: hab gelernt, je weiter man nach unten fährt in Deutschland, desto mehr gibt es süßes, äh, ein salziges Popcorn.

00:03:53: Ja, ich hab ja mal in München gelebt, und das ist sehr südlich.

00:03:58: Nein!

00:03:58: Nein, klar!

00:04:02: Und da gab es in fast jedem Kino salziges Popcorn, und als ich dann nach Leipzig gezogen bin, war es schwierig, salziges Popcorn in Kinos zum Teil zu finden.

00:04:08: Ja, hier

00:04:09: gibt es

00:04:09: das nicht.

00:04:10: Aber dafür gibt es hier Lackritze.

00:04:12: Ja.

00:04:12: Süßes Popcorn.

00:04:14: All the way.

00:04:15: I see.

00:04:16: Anna.

00:04:17: Weißwein oder Rotwein?

00:04:18: Rotwein, ganz klar.

00:04:20: Auch im Sommer.

00:04:22: Weißwein, wenn es wirklich hot ist draußen über dreißig Grad und ich ein kühles Glas genießen will, dann ja.

00:04:30: Aber ey, einmal Rotweingirl.

00:04:33: Nothing above Rotwein.

00:04:36: Can't relate.

00:04:38: Ja gut, aber wir machen noch den Taste-Test mit Uwe's.

00:04:42: geschicktem Anfänger Rotwein.

00:04:45: Ja,

00:04:45: dann komm ich auch an den Geschmack.

00:04:46: Dann kommst du auch an den Geschmack.

00:04:50: Aber auch in den Geschmack.

00:04:51: Der kommt in dich

00:04:53: rein und an mich ran.

00:04:55: Definitiv.

00:04:56: Das kriegen wir hin.

00:04:58: Luca, dein guilty pleasure oder mehrere guilty pleasures auch möglich?

00:05:03: Oh oh.

00:05:05: Ich glaube, ich höre viel zu viel so zehntausendzehner Popmusik.

00:05:10: Also so wirklich so... Die Musik, zu der ich so in meinem Zimmer abbanze, ist so Katy Perry und Pink.

00:05:18: Und so wirklich diese Musik, die man gehört hat mit so, die wir gehört haben, mit so fünfzehn, sechzehn.

00:05:25: Also das ist schon, vielleicht auch ein bisschen zu oft, vielleicht auch ein bisschen zu oft in der Bahn.

00:05:30: Also das ist schon, ich glaube, das ist so meine größte Katy Snashers, Katy Perry.

00:05:37: Ich find's geil.

00:05:40: Anna.

00:05:41: Mehr oder Berge?

00:05:44: Beides.

00:05:46: Irgendwie, da kann ich mich nicht entscheiden.

00:05:48: Ich mag die Mischung.

00:05:49: Ich liebe es, auf Berge zu steigen und irgendwie den Blick von oben zu haben.

00:05:55: Und auch den Blick von unten nach oben, das finde ich für mich so was ganz Gewaltiges und so Mächtiges.

00:06:02: Und da wird die Natur so richtig krass bewusst.

00:06:06: Und dass wir Menschen so winzig sind.

00:06:08: Und es gibt immer so ein... Erhabendes Gefühl.

00:06:13: Aber mehr ist halt auch geil.

00:06:14: Wenn mehr ist, dann macht das auch auf eine gewisse Art und Weise nur anders.

00:06:19: Weil das Meer ist ja auch wild und die Natur und so ist ein Naturgewalt und zeigt dann auch als Mensch, dass man irgendwie no chance hat.

00:06:27: Aber auf eine andere Art und Weise hat es eben die Berge tun.

00:06:30: Und es ist so auch so entspannt.

00:06:33: Meeresrauschen.

00:06:35: Also ich kann mich da nicht entscheiden.

00:06:37: Das ist gecheatet, ich weiß.

00:06:39: Aber jetzt wo du in Hamburg hier bist im Norden, ich glaube, da wird's langweilig's mehr.

00:06:43: Da wird's

00:06:43: das mehr,

00:06:43: ja.

00:06:44: Da kommt

00:06:45: das mehr.

00:06:45: Mehr kommt auf jeden Fall immer mehr.

00:06:47: Letzte von den Floppen fünf.

00:06:49: Was ist immer in deinem Kühlschrank?

00:06:51: Käse.

00:06:52: Cheese lie.

00:06:52: I

00:06:52: love cheese.

00:06:53: Oh ja, cheese

00:06:54: ist aber auch besser.

00:06:55: Der wird's wirklich

00:06:56: Käse.

00:06:57: Und Mandelmilch.

00:06:58: Wilde Kombo, ich weiß.

00:07:00: Essentials, halt einfach.

00:07:01: Yeah.

00:07:02: I'm the type of person.

00:07:03: Ich bin so die Person, die Käse ist.

00:07:07: Aber keine Kuhmilch dringend.

00:07:08: Ja,

00:07:08: check ich.

00:07:12: Das waren schon alle Flotten fünf.

00:07:14: Flott

00:07:15: waren wir.

00:07:16: Ja, so, jetzt kennt man uns ein bisschen.

00:07:20: Und jetzt ist die Frage, was machen wir hier eigentlich?

00:07:23: Wir machen einen Theater-Podcast von jungen Menschen, weil wir sind noch jung, für junge Menschen und alle, die es sonst noch hören wollen.

00:07:33: Genau, wir studieren beide Schauspiel.

00:07:36: In Hamburg.

00:07:37: Haben vorher Theaterwissenschaften und Germanistik studiert.

00:07:41: Also wir sind waschechte Bachelorets.

00:07:43: Bachelorets.

00:07:44: Man hat uns aber noch nicht mehr RTL gesehen.

00:07:47: Wir wollen Theater einfach Menschen näher bringen, die vielleicht noch nicht so viel Kontakt damit hatten.

00:07:52: Weil wir wissen schon, dass wir vor allem unseren Alter Mitte zwanzig in einer Bubble sind, die sich viel mit Theater beschäftigt.

00:08:02: Und ist aber ... umso mehr Menschen gibt, die das nicht tun in unserem Alter.

00:08:07: Was wir sehr

00:08:08: schade finden, weil wir finden, dass Theater und ins Theater gehen und sich austauschen wichtig ist und viel aufzeigt und viele Themen behandelt werden, die auch jetzt in der Gesellschaft wichtig sind.

00:08:20: Und es ist nicht einfach nur auf Shakespeare, wie man sich das im Englischunterricht in der zehn Plasser vorgestellt hat, sondern es ist viel mehr.

00:08:29: Voll behandelt alle Themen, die wir auch auf Netflix und Co.

00:08:33: sehen.

00:08:35: Im Endeffekt ist es Drama.

00:08:36: Und Drama gibt es im echten Leben.

00:08:38: Drama gibt es auf Netflix.

00:08:39: Drama gibt es auf TikTok und Drama gibt es aber auch im Theater.

00:08:42: Und da kommt Drama irgendwie her.

00:08:44: Und im Theater ist halt so, dass es ja live ist.

00:08:47: Und da sind Menschen, die gerade live für dich was performen, was spielen, was zeigen und die Emotionen und alles, was da passiert, gefühlsmäßig, zwischenmenschlich.

00:09:02: Einfach

00:09:03: live, eins zu eins passiert, ohne Medium dazwischen, ohne eine Leinwand, ohne ein Fernseher oder was auch immer.

00:09:09: Und diese Emotionen und das, was da passiert in diesem Raum, Anspannung, das ist krass.

00:09:15: Ja,

00:09:16: wenn man in so einem Raum sitzt mit ganz vielen anderen Menschen und diese Emotionsschwappen über und man fühlt mit, man leidet mit, manchmal weint man mit, man lacht mit.

00:09:27: Ja, und das ist irgendwie so eine Gemeinschaftsexperience auch.

00:09:30: Das stimmt.

00:09:31: bietet auch so eine große Fläche für so eine Bandbreite an Themen.

00:09:36: Politische Themen, gesellschaftliche Themen.

00:09:39: Dann manchmal auch einfach absurdere Sachen, absurdere Themen.

00:09:44: Was aber auch eine schöne Abwechslung ist.

00:09:46: Und es ist eigentlich genau das, was in all unseren Leben passiert, vor unserer Augen nochmal aufgestellt und vorgeführt.

00:09:56: Voll.

00:09:57: Und ... um auch noch mal pro Shakespeare zu reden.

00:10:03: Shakespeare muss nicht langweilig sein oder so schrecklich, wie man das in der zehnten Klasse, als man ins Theater gezwungen wurde, irgendwie noch im Kopf hat.

00:10:14: Sondern Theater geht ja auch mit der Zeit.

00:10:17: Es wird ja Shakespeare nicht wie im Geburtsjahr von Shakespeare inszeniert.

00:10:22: Sondern ... Es wird ja schon adaptiert und irgendwie in unsere heutige Zeit transportiert.

00:10:28: Also in Leipzig habe ich eine Inszenierung gesehen, da waren sieben Romeos und Julius auf der Bühne.

00:10:33: Egal welches Geschlecht, jeder war mal jeder.

00:10:35: Es gab unterschiedliche Konstellationen an Pan und es wurde auch teilweise der Originaltext kommentiert.

00:10:40: So hat dem Motto, nee, das geht jetzt ja gar nicht.

00:10:42: Warum sage ich als Julia denn so eine Scheiße?

00:10:44: Und das ist ja dann aktuell und geht uns alle was an.

00:10:48: So.

00:10:49: Und so viel stimmt ja auch einfach immer noch.

00:10:52: Also, ich glaube, wir merken gerade

00:10:54: jetzt,

00:10:54: dass die Probleme, die es vor Jahrzehnten Jahrhunderten gab, immer noch Probleme sind und immer noch Probleme sein werden.

00:11:02: Und deswegen ist es auch schön zu sehen, wie diese Themen wieder aufgegriffen... Also, es ist natürlich nicht schön zu sehen, wie manche Themen wieder aufgegriffen werden, aber

00:11:11: dass

00:11:12: man das immer noch verwenden kann und dass es immer noch aktuell ist und es auch immer noch gezeigt wird, was es aktuell ist und was es gezeigt werden soll.

00:11:19: Ja,

00:11:20: voll.

00:11:21: Ja, und wir wollen in dem Podcast nicht nur miteinander quatschen, das machen wir sowieso jeden Tag, sondern der Plan ist, Gäste innen einzuladen, die mit uns reden.

00:11:32: Und zwar sollen das Menschen sein, die selber Theater machen oder was mit Theater zu tun haben und ja, die Menschen hinter Theater auch kennenzulernen und mal zu gucken, was sind das eigentlich für Menschen, die da auf der Bühne stehen und die da für uns performen?

00:11:47: Genau, welche Fragen die sich stellen, welche Fragen sie vielleicht haben.

00:11:52: Und ja, wir versuchen rauszufinden, warum wir mehr ins Theater gehen sollten.

00:11:57: Voll.

00:11:58: Und jetzt Abschluss wollen wir jetzt beide einfach noch einen Sternmoment von uns aufhören.

00:12:02: Sternmomente sind quasi die Momente, in denen uns bewusst wurde, Theater ist es für uns.

00:12:09: Das ist das, was wir machen wollen.

00:12:11: Natürlich gibt es nicht nur einen Sternmoment, sondern viele, viele, viele.

00:12:15: Ja.

00:12:15: Wir haben uns jeder jetzt mal einen ganz besonderen Hieraus geschrieben, der uns dazu gebracht hat, ins Theater zu gehen, am Theater dran zu bleiben und Theater machen zu wollen.

00:12:28: Yes, und meiner ist, oder war, eine Inszenierung von Lulu am Stadtschauspiel Dresden mit Simon Verdelis als Lulu in der Titelrolle und Regisseurin war ... Daniela Löffner.

00:12:46: Und für mich war das ein Moment, wo genau das passiert ist, worüber wir gerade gesprochen haben mit diesen Emotionen, die transportiert werden und einer Gemeinschaft, die da sitzt und irgendwie gemeinsam fühlt und gemeinsam mit in diesem Moment, in diesem Geschehen ist.

00:13:06: Das war vor der Schlussszene.

00:13:08: Da ist Lulu gewaltsam auf den Straßenstrich geschickt worden.

00:13:14: Und man muss dazusagen, Bulu war die ganze Inszenierung übernackt.

00:13:18: Ganz selten nur angezogen.

00:13:20: Und wurde dann da gewaltsam in Anführungsstrichen anziehsachen gezwängt.

00:13:27: Hier wurde so ein roter Tanker angezogen.

00:13:29: Rote halterlose Strümpfe, rote High Heels.

00:13:32: Und die Kleidung war dann mit Klarsichtfolie.

00:13:36: Wurde die gemacht.

00:13:37: Also ein Rock.

00:13:38: und so ein Nacko oder Oberteil.

00:13:40: Und während das passiert ist, hat sie halt geschrien und gekämpft und sich dagegen gewährt und hat es aber nicht geschafft.

00:13:47: Und als Lulu dann fertig angezogen war, ist sie aufgestanden und ist so auf wackeligen Beinen und so mit verschmierten Make-up, verschmiertem Lippenstift, von oben hat es geregnet, auf die ZuschauerInnen zugekommen.

00:14:02: So ganz wackelig und gerade ja irgendwie gewaltsam geforst worden.

00:14:08: und hat trotzdem versucht, sich zusammenzunehmen.

00:14:11: Und guckte ins Publikum und war dann ... Ich brauch fünfzig Cent, um diese Schlussszenen noch zu spielen.

00:14:18: Hat jemand fünfzig Cent für mich?

00:14:21: Und es war so schlimm.

00:14:23: Und diese Stille und diese Frage hingen im Raum und wurde ausgehalten.

00:14:26: Also, es ist nicht weitergegangen.

00:14:29: Sodass man sich als Publikum jemand gefragt hat, so, scheiße, also, soll ich jetzt wirklich nach Geld kramen?

00:14:35: Und dann wurde die Frage wiederholt.

00:14:37: kann mir bitte jemanden fünfzig Cent geben.

00:14:39: Und ich war nur so, mein Gott, wo ist mein Geldbeutel?

00:14:41: Habe ich fünfzig Cent?

00:14:43: Stört das jetzt hier irgendwie?

00:14:44: Aber ich muss irgendwie diese fünfzig Cent nach vorne bringen.

00:14:48: Und man war auch eigentlich so, und ich würde dir am liebsten noch viel mehr geben.

00:14:51: Ich möchte jetzt auf die Bühne, möchte dich umarmen, möchte dich mit nach Hause nehmen und sagen, alles wird gut.

00:14:55: Also, man war so richtig so in diesem Film drin.

00:14:59: Diese Person braucht jetzt Hilfe.

00:15:00: Diese Person braucht Hilfe.

00:15:01: Und natürlich wusste man, das ist ein Schauspieler, der da steht.

00:15:06: der das gerade spielt.

00:15:07: Aber in dem Moment war wirklich einfach so diese Person, die Hilfe braucht.

00:15:12: Und das hat man so gespürt im ganzen Raum.

00:15:15: Und dann war tatsächlich eine Frau, die dann rief.

00:15:18: Ich hab aber nur zwei Euro.

00:15:20: Und dann ist sie halt mit den zwei Euro vorgegangen.

00:15:22: Und dann wurde die Szene zu Ende gespielt.

00:15:26: Oder die Schlussszene wurde dann gespielt.

00:15:28: Und das ist so krass in mein Herz gegangen.

00:15:30: Ich hab geweint.

00:15:31: Um mich rum hat man auch gemerkt, alle sind so, oh mein Gott.

00:15:34: Ja, also das war so ein ganz emotionaler, krasser Moment.

00:15:39: Ja, wow.

00:15:41: Ja, und das ist auch gerade dieses Schöne, dass mit echten Emotionen hantiert wird.

00:15:44: Und dass es echte Emotionen sind, sowohl die im Publikum ausgelöst werden, als auch von den Schauspielenden.

00:15:51: Voll.

00:15:53: Also das war wirklich ... Das war wirklich

00:15:54: so krass, ja.

00:15:55: Beeindruckend.

00:15:56: Und ich mein, wie oft hört man von anderen Menschen, ja, auch der Film war so traurig oder die Serie, da hab ich voll geweint und so.

00:16:02: Also das ist ... Total normal, dass man, wenn man Filme schaut und so weiter, die emotional sind, da irgendwie auch emotional wird.

00:16:08: Und ich glaube, man vergisst manchmal, dass das im Theater genauso funktioniert.

00:16:13: Und teilweise sogar noch krasser, weil's live ist.

00:16:16: So eins zu eins.

00:16:17: Da steht ein Mensch gerade live

00:16:18: vor dir.

00:16:20: Und es ist einfach krass.

00:16:22: Ja.

00:16:23: Ja, das war ganz besonders.

00:16:25: Und dein Sternmoment.

00:16:27: Mein Sternmoment muss so ... Da war ich in einer Inszenierung von der Spieler von Dostrojevsky im Taliertheater in der Gausstraße.

00:16:40: Genau, das war eine Inszenierung von Jan Bosse.

00:16:43: Und Sebastian Zimler hat die Hauptrede gespielt, Alexei.

00:16:48: Und ich glaub, ich kann gar nicht genau sagen, was es war.

00:16:51: Ich glaub, es war auch so ... nicht das erste Mal, dass ich so alleine gewollt ins Theater gegangen bin.

00:16:58: Ich bin vorher auch schon viel ins Theater gegangen.

00:17:00: Aber dieser Abend ... Ich war mit meiner Mutter da und wir saßen da und haben Wein getrunken und dann sind wir in die Vorstellung gegangen.

00:17:10: Und die haben angefangen zu spielen und es ist so eine kleine Studiobühne.

00:17:14: Also man ist auch relativ nah einfach am Geschehen dran.

00:17:17: Und ich glaube, das ist jetzt vielleicht auch, was es so nah war in dem Moment für mich gemacht hat.

00:17:23: Und einfach dieses Sprechen zu hören und dieses Spielen und so nah zu sein.

00:17:27: Allein das hat mich schon so gecatcht.

00:17:29: Und dann gab es eine Pause.

00:17:31: Und nach der Pause sind wir wieder reingekommen und standen auf der Bühne so Drehstühle.

00:17:36: Und man konnte sich auf diese Drehstühle setzen.

00:17:38: Und natürlich habe ich mich auf diese Drehstühle gesetzt auf der Bühne.

00:17:41: Und dann wurde die zweite Hälfte des Stückes um ein herum gespielt.

00:17:46: Und das war halt, es war so absurd, weil

00:17:51: da waren

00:17:51: echte Menschen, die da um mich herum gelaufen sind.

00:17:55: echte Probleme gespielt haben.

00:17:57: Natürlich nicht die Probleme, der privaten Probleme der Schauspielerin, aber das waren echte Menschen und echte Probleme, die da gespielt wurden, während ich da einfach saß, mittendrin und um mich rumgelaufen wurde und es wurde geschrien.

00:18:09: und es war, es war einfach total intensiver Abend und auch einfach grandios gespielt von allen Darstellerinnen.

00:18:19: Ja und das ist ja irgendwie so dieses Schöne, dass man ganz oft mittendrin ist, mittendrin statt nur dabei.

00:18:25: Ja, aber so ist es.

00:18:27: Ich bin live dabei.

00:18:30: Und wenn es klein ist, ist es ja noch mal potenziert und intensiver.

00:18:36: Aber dem Abend am Staatsstaatsspiel Dresden mit Lulu auf der großen Bühne haben sie es auch hinbekommen, dass du das Gefühl hattest, du bist mittendrin.

00:18:44: Also Wahnsinn, was da kreiert werden kann.

00:18:48: Und es ist halt auch irgendwo so diese Relation.

00:18:50: Du weißt, dass hinter diesen ... Schauspieler in Privatpersonen stecken.

00:18:56: Aber trotzdem habe ich in dem Moment, war das in meinem Kopf gar nicht möglich.

00:19:00: Das waren für mich die Figuren.

00:19:02: Ich glaube, das war der Moment, wo ich so war, das möchte ich machen.

00:19:06: Ich möchte das machen.

00:19:07: Ich möchte Theater machen.

00:19:08: Ich möchte auf Bühnen stehen.

00:19:10: Ich möchte Figuren darstellen, die vielleicht mir auch total fern sind.

00:19:15: Manche mit mir auch vielleicht total nah sind.

00:19:17: Und dann einfach abends ich selber sein.

00:19:20: Und

00:19:21: wieder nach Hause gehen.

00:19:22: Dieses Geschichten erzählen auch einfach.

00:19:24: Ja,

00:19:24: einfach erzählen können und Geschichten von anderen Menschen erzählen können und Emotionen übermitteln zu können und auch was in anderen Leuten auslösen zu können.

00:19:34: Ist auch einfach so schön.

00:19:37: Definitiv.

00:19:38: Das unterschreibe ich.

00:19:40: Ja.

00:19:42: Damit haben wir unsere erste Folge zum Kennenlernen im Kasten.

00:19:49: Es geht bald spannend weiter.

00:19:52: Definitiv.

00:19:53: Dann mit hoffentlich coolen Gästinnen, die ein bisschen noch von ihren Perspektiven erzählen.

00:20:01: Wir sind ja auch noch ganz frisch, eigentlich.

00:20:03: Genau.

00:20:03: Wir sind ja noch ganz frisch.

00:20:04: Wir sind ja noch ganz frisch.

00:20:05: Frischlinge sind wir genau.

00:20:06: Kleine Babyfrischlinge im Wald.

00:20:09: Genau.

00:20:10: Im Wald

00:20:10: der Podcastwelt.

00:20:13: Ja, irgendwie so.

00:20:15: Jedenfalls war das, dreißig Minuten Drama.

00:20:18: Dreißig Minuten Drama mit Luca

00:20:20: und Anna.

00:20:21: Und wir freuen uns auf die nächste

00:20:23: Folge!

00:20:24: Bis dann!

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